05.03.2008

Bernhard Weissberg

Die letzten Stunden vor dem Relaunch

"Geschafft -- jetzt fängt die Arbeit an."

"Uff, geschafft. Das war ein aufregender Tag. Allen in der Redaktion spürte man die Mischung von Aufregung und Anspannung an: Neues Konzept, neues Redaktionssystem, neue interne Abläufe, neue Kollegen -- viel Neues auf einmal. Plus der Ehrgeiz, ein tolles Blatt raus zu bringen. Am Morgen ist der Geräuschpegel hoch!

Locker bleiben. Denn bald ist klar: Wir haben eine gute Titelgeschichte, es tut sich was an der Politfront, die Wirtschaftsredaktion ist dran, die Reportage kommt gut. Aber wie war das genau abgemacht mit den Leuten am Autosalon? Wo kommt welches Inserat genau hin? Wieviele Seiten hat der Sport? Wo ist der Blog? Haben wir ein Doppelseiten-Bild? Fragen schwirren durch die Redaktion, Fragen und noch mehr Fragen.

Mit der Zeit bekommt die Erstausgabe ein Gesicht. Die Anspannung weicht langsam der Erleichterung. Nach und nach entstehen die ersten Seiten. Der neue Blick wirkt. Auch auf das Publikum? Das werden wir sehen.

Alles gut? Natürlich nicht. Heute werden wir diskutieren, was funktioniert und was nicht. Doch Zeitungsmachen ist sowieso ein Langstreckenlauf. Es liegt noch viel vor uns. Denn das Ziel ist klar: Wir wollen eine gute Zeitung machen, für die ich am Morgen früh zum Briefkasten eile, weil ich wissen will, was drin steht. Eine gute Zeitung, für die ich im Restaurant, alles tue, um sie lesen zu können. Eine gute Zeitung, die ich auch nach Ferien oder Abwesenheiten mit Lust anschaue. Wir wollen eine Zeitung, die süchtig nach ihr macht, weil sie jeden Tag fesselt, überrascht, zum Nachdenken und zum Lachen bringt.

Wir sind unterwegs."

(Text: Bernhard Weissberg)


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