27.03.2008

SF

"Dok" verliert massiv an Zuschauer

Filmer über schlechte Sendeplätze erzürnt.

Seit August vergangenen Jahres strahlt das Schweizer Fernsehen nicht mehr "Dok", sondern das Wirtschaftsmagazin "Eco" jeweils montags um 22.20 Uhr aus. Das sorgt laut einem Bericht der Fernsehzeitschrift "Tele" bei der "Dok"-Abteilung für miese Stimmung. Denn weil die Dokumentarfilme auf SF1 erst um gegen 23 Uhr laufen, verlieren sie massiv an Zuschauer. Erreichten die Filme im Januar/Februar 2007 noch einen Marktanteil von 27 Prozent, sind es heute nur noch 17 Prozent.

An die früheren Zuschauerwerte von "Dok" kommt auch "Eco" nicht heran. In den ersten Monaten des laufenden Jahres war der durchschnittliche Marktanteil des Wirtschaftsformats laut "Tele" tiefer als jener von "Dok". Gemäss "Eco"-Redaktionsleiter Kurt Schaad stellt dies indes kein Problem dar: "Die Zahlen liegen über unseren Erwartungen." Viel wichtiger seien ohnehin die durchwegs positiven Reaktionen des wirtschaftsinteressierten Publikums.

Die Dok-Filmer dagegen bezeichnen die Situation laut "Tele" als frustrierend -- besonders "wenn man Zeit und Herzblut in einen Film investiert, und dann gucken ihn nur wenige Zuschauer" wie ein Mitarbeiter klagt. Der Dok-Film "Ein Artikel zu viel -- Der Mord an Anna Politowskaja" von Eric Bergkraut beispielsweise schauten sich nur gerade 87'000 Zuschauer an.

Laut "Dok"-Chef Otto C. Honegger hat dies Konsequenzen: "Wir zeigen schon jetzt am Montag mehr eingekaufte Filme als früher". Man versuche nun die Eigenproduktionen auf den Sendeplatz am Donnerstag um 20 Uhr zu verlegen. Dies jedoch hat zur Folge, dass bloss Produktionen ausgestrahlt werden können, die kindertauglich sind. "Früher hiess es bei gewissen Themen 'Versuch's mal!', heute haben heikle Themen weniger Chancen", ärgert sich ein Filmer denn auch im Bericht des Fernsehmagazins.


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