16.03.2008

SF

Dokfilm "Gebrüder Blocher" ein Fall fürs UBI

Ausstrahlungszeitpunkt direkt vor der Bundesratswahl umstritten.

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen UBI wird sich mit dem Dok-Film "Die Gebrüder Blocher" beschäftigen müssen. "Bei uns ist eine Beschwerde gegen den Dokfilm über Gerhard Blocher eingereicht worden", erklärt UBI-Sprecher Pierre Rieder auf Anfrage des "SonntagsBlick". Beanstandet werde darin vor allem der Zeitpunkt der Ausstrahlung direkt vor den Bundesratswahl.

Der Dok-Film zeigt Christoph Blochers Bruder Gerhard, wie er das Bundeshaus einen "Sauladen" schimpft und vor laufender Kamera SP-Chef Hans-Jürg Fehr als "allerletzten Menschen" und "schwächlichen Dummkopf" betitelt. Politbeobachter glauben, dass der Film mit diesen schockierenden Aussagen die Wahlentscheidung von einigen Parlamentariern mitentschieden und damit die Abwahl Blochers begünstigt hat.

SF-Chefredaktor Ueli Haldimann rechtfertigt den Ausstrahlungstermin auf Anfrage des "SonntagsBlick" folgendermassen: "Wir haben vor vier Jahren, am Tag der Wahl von Christoph Blocher in den Bundesrat, dessen Bruder Gerhard begleitet und daraus einen "Reporter"-Film gemacht. Es lag auf der Hand, im Vorfeld der Erneuerungswahl eine Bilanz zu ziehen." Haldimanns Sichtweise teilt SF-Ombudsmann Achille Casanova, der als vorgelagerte Instanz der UBI eine Beschwerde gegen den Dokfilm bereits behandelt und eine Beschwerde abgewiesen hatte.

Laut "SonntagsBlick" hat SF-Chefredaktor Ueli Haldimann den umstrittenen Sendetermin persönlich festgelegt -- kurzfristig, nachdem er die Rohfassung des Films gesehen hatte.


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