24.04.2004

"Visions du réel"

Drei Schweizer Werke ausgezeichnet

Grosser Preis für Maria Ramos

"Justiça" von Maria Ramos ist am Dokumentarfilmfestival "Visions du Réel" in Nyon mit dem Grossen Preis ausgezeichnet worden. Der Film schildert die Mechanismen der Justiz in Brasilien.

Im Zentrum des in den Niederlanden produzierten Films steht ein Mann, der sich in Rio de Janeiro vor Gericht verantworten muss. Der aus einem Slum stammende Mann handelte seit seiner Kindheit mit Rauschgift. Vor Gericht wird ihm vorgeworfen, mit einem gestohlenen Auto gefahren zu sein. Ramos hatte bereits 1997 und 2001 am Festival in Nyon teilgenommen. In dem mit 15'000 Franken preisgekrönten "Justiça" verfolgt sie das Geschehen vor Gericht mit bewusster Distanz. Auf diese Weise gelingt es ihr, die Mechanismen der Justiz blosszulegen.

Insgesamt wurden in Nyon elf Preise vergeben. Den mit 10'000 Franken dotierten Preis der SRG SSR idée suisse erhielt der chinesische Film "Wellspring" von Sha Qing. Auch drei Schweizer wurden in Nyon ausgezeichnet. Dieter Fahrer gewann den ebenfalls mit 10'000 Franken dotierten internationalen Wettbewerb mit seinem Film "Que sera?". Der Preis des Westschweizer Fernsehens ging an die Walliserin Emmanuelle de Riedmatten für ihren Film "Blandine et les siens". Sie schildert darin das Schicksal einer jungen Frau, die dem Genozid in Ruanda entgangen war.

Erstmals wurde auch ein mit 5000 Franken dotierter Preis für Filme vergeben, die sich mit Verbrechen beschäftigen. Dieser ging an den Nidwaldner Theo Stich für "Vollenweider". Er beschäftigt sich mit dem letzten in der Schweiz ausgesprochenen Todesurteil im Jahr 1940. Zwei Preise à 5000 Franken wurden für Erstlingswerke vergeben. Sie gingen an den Franzosen Julien Samani für "La Peau trouée" und an die Österreicherin Leena Koppe für "Das wirst du nie verstehen".


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