28.01.2013

AP Suisse

Ehemalige Redaktoren klagen vor Gericht

Zehn Verfahren gegen frühere Besitzer am laufen.

Fünf ehemalige Redaktoren der Nachrichtenagentur AP Suisse klagen vor Gerichten in Bern und Lausanne gegen ihre früheren Arbeitgeber. Seit November 2012 seien die Löhne und Sozialbeiträge nicht mehr bezahlt worden. Kündigungsfristen seien verletzt worden. Die insgesamt zehn Verfahren, welche die ehemaligen AP-Mitarbeiter der französischsprachigen Redaktion ins Rollen gebracht haben, richten sich gegen die zwei früheren Besitzer der AP Suisse, die Associated Press Germany GmbH in Hamburg und die FLSCH GmbH (French Language Service Switzerland) in München.
 
Erste Gespräche im Frühjahr
Wie der Lausanner Anwalt Alexandre Curchod, der die Interessen der fünf AP-Suisse-Redaktoren vertritt, am Montag vor den Medien in Bern sagte, finden erste Gespräche zur Beilegung des Konfliktes im Frühjahr 2013 statt. Geprüft würden auch strafrechtliche Schritte. Konkret verlangen die AP-Suisse-Mitarbeitenden, dass ihre seit November ausstehenden Löhne ausbezahlt werden. Ferner fordern sie die vertraglich zugesicherten Mittel aus einem Sozialplan in Höhe eines Jahreslohnes sowie Entschädigungen für missbräuchliche Kündigungen in Höhe von sechs Monatslöhnen.
 
Skandalöses Vorgehen
Die Art und Weise, wie die AP-Suisse-Redaktoren ausgebootet worden seien, sei skandalös, sagten Philippe Clavel und Frédéric Mérat, zwei ehemalige Journalisten der AP Suisse. Ein solcher Rauswurf sei einer renommierten Nachrichtenagentur wie der AP unwürdig. Clavel sprach von Verrat. Die AP habe diverse Versprechen nicht eingehalten. Eine dubiose Rolle im Hintergrund gespielt hätten die beiden deutschen Financiers Martin Vorderwülbecke und Peter Löw, die die AP-Rechte in Europa erworben hatten.
 
Die AP Suisse schliesst Ende Januar 2013 ihre Büros, drei Jahre nach Einstellung des deutschsprachigen Schweizer AP-Dienstes. Die Westschweizer Redaktoren hatten Ende Oktober 2012 die Kündigung erhalten. Einzelne Redaktoren hätten trotz Ablauf der Kündigungsfrist weiterarbeiten müssen, sagte Dominique Diserens vom Sekretariat des Journalistenverbandes Impressum.
(sda)


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