Der frühere "Blick"-Chefredaktor Martin Speich ist am letzten Samstag im Alter von 79 Jahren in Affoltern am Albis an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Ringier-Sprecher Edi Estermann bestätigte eine entsprechende Meldung des Mediendienstes Kleinreport vom Dienstag. Speich war in der Anfangszeit des Boulevardblattes fast zehn Jahre lang "Blick"-Chefredaktor. Ab 1964 bildete der ehemalige Agenturjournalist zunächst drei Jahre lang zusammen mit Charles La Roche und Claus Wilhelm eine Dreier-Führung der Zeitung. Anschliessend war er alleiniger Chefredaktor und gleichzeitig auch Verlagsleiter.
Er baute gemäss einer Ringier-Dokumentation den "Blick" als selbstständige Marke auf und fuhr politisch "eine aufgeschlossene, eher linksliberale Linie". Speich führte die defizitäre Zeitung erstmals in die schwarzen Zahlen. Er peitschte mit wirksamen Marketing-Aktionen die Auflage hoch. Als der Ringier-Verlag die Kompetenzen des "Blick"-Chefs einschränken wollte, kam es zur fristlosen Entlassung "wegen Insubordination". Auf juristischem Weg erstritt er anschliessend eine Abfindung von mehreren Jahresgehältern.
Speich baute danach zusammen mit dem Verleger Carlo Frey die europäische Lizenzausgabe von "Penthouse" auf, zunächst von Zürich und später von München aus. Das Zeitschriften-Projekt war äusserst erfolgreich. Später war Speich nach Auskunft seiner Ex-Frau Suzanne Speich vor allem als Buchautor tätig und schrieb Broschüren, zum Beispiel über das Rote Kreuz oder den Tierschutz.
Erst kürzlich verstarb mit Peter Uebersax ein ehemaliger Chefredaktor des "Blick" (persoenlich.com berichtete). Dieser hatte die Boulevardzeitung Anfang der 60er Jahre sowie Anfang der 80er Jahre geleitet. Während siener zweiten Periode als Chefredaktor steigerte die Zeitung ihre Auflage um 40 Prozent. (sda/sl)

