"Ich kann mir vorstellen, dass unser Haus in etwa zehn Jahren die Hälfte von Umsatz und Gewinn online erwirtschaftet." Dies erklärt Axel Springer-Chef Mathias Döpfner in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Bereits heute erzielt das Medienunternehmen 20 Prozent seines Werbeumsatzes aus dem Online-Geschäft. Damit liegt Axel Springer deutlich besser als der deutsche Werbemarkt, in dem Online noch deutlich unter 10 Prozent ausmacht. Insgesamt beträgt der Online-Anteil am Gesamtumsatz des Medienunternehmens knapp 10 Prozent.
Als hochprofitable Online-Projekte erwähnt Döpfner das Onlineportal Au Feminin, welches die höchste Umsatzrendite im ganzen Unternehmen erwirtschafte, und den Internet-Werbevermarkter Zanox, an dem auch die Schweizer PubliGroupe beteiligt ist. Nachholbedarf bei den digitalen Geschäften sieht der Springer-Chef bei Sport-Inhalten, Online-Stellenanzeigen und in einigen regionalen Märkten. Dies wolle man durch Akquisitionen oder Eigengründungen ändern.
"Ich sehe die Digitalisierung als ganz grosse Chance für unser Unternehmen, eine neue Dimension in Umsatz und Ergebnis zu erreichen", so Döpfner. "Es ist kein Naturgesetz, dass die Printunternehmen als Verlierer aus diesem Strukturwandel hervorgehen werden."

