Der SRF-Ombudsmann hat das "Sportpanorama" für das Einspielen falscher Fangesänge beim Zürcher Derby (persoenlich.com berichtete) entschieden gerügt. Damit habe die Sportsendung, das Fernsehgesetz verletzt, wie "20 Minuten" berichtet.
Beim Match von GC gegen das FC Zürich blieben die Fans in den ersten zehn Minuten still – aus Protest gegen die Verschärfung des Hooligan Konkordats im Kanton Zürich. SRF1 berichtete am gleichen Abend über das Spiel, im Bericht waren jedoch die gewohnten Fangesänge zu hören. Diese kamen aus der "Büchse", was drei Fernsehzuschauern auffiel und im Anschluss an die Sendung beanstandet wurde.
Nök Ledergerber, Programmreferent SRF Sport, entschuldigte sich zwar für den "Faux-Pas", betonte jedoch auch, dass "es niemals die Absicht gewesen sei, die Realität nicht korrekt abzubilden". Ombudsmann Achille Casanova meldete sich jedoch zu Wort: "Die Tonmanipulation im Sportpanorama sei ein gravierender Verstoss gegen das Radio- und Fernsehgesetz", schreibt "20 Minuten" weiter. Die Fehlleistung sei insbesondere schwerwiegend, weil der Fan-Protest einen politischen Hintergrund gehabt habe. Die Fernsehzuschauer seien durch die Einspielung in die Irre geführt worden.
Wie Ledergerber sagte, soll ein derartiger Vorfall nicht wieder vorkommen. Die Redaktion von Sportpanorama habe ihre Lehren daraus gezogen und sei auf die Behandlung derartiger Themen im Rahmen eines Abteilungstreffens sensibilisiert worden. Mit der Entschuldigung ist es für Casanova allerdings nicht getan. Er begrüsse zwar, dass der Fall zum Anlass genommen worden sei, um die gesamte Abteilung Sport zu sensibilisieren, wie solche Angelegenheiten anzugehen seien. "Es wäre für das Publikum von SRF sicher interessant zu erfahren, welche Schlussfolgerungen aus dieser peinlichen Panne gezogen wurden und wie künftig über solche Ereignisse berichtet werden soll", heisst es im Schlussbericht von Casanova. (sda/lf)
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