13.06.2011

SRF

Einschaltquoten auf Rekordtief

Mit weniger als 30 Prozent Marktanteil.

Das Schweizer Fernsehen verliert immer mehr Zuschauer an ausländische Stationen. Laut einem Bericht der "NZZ am Sonntag" lagen die Marktanteile im April und Mai bei 29,2 respektive 29,8 Prozent. Dies sind die tiefsten Werte seit die Zuschauerzahlen erhoben werden. SF sehe sich mit einem Negativ-Trend konfrontiert, der schon vor einiger Zeit eingesetzt habe. Die Hauptausgabe der Tagesschau wurde vor wenigen Jahren täglich von gegen einer Million Zuschauer gesehen, heute sind es noch um die 600‘000 Zuschauer. In einem ähnlichen Ausmass verlieren 10vor10, der Kassensturz, die Rundschau und die Arena.

Das Schweizer Fernsehen begründet den Verlust mit der gestiegenen Nutzung des Informationsangebots im Internet. Dies könne den jähen Einbruch der Zuschauerzahlen in den letzten Monaten aber nicht erklären, schreibt die "NZZ am Sonntag". Und offenbar verliert das Schweizer Fernsehen die Marktanteile nicht an deutsche Stationen, sondern vor allem an Spartenkanäle und fremdsprachige Sender. Bleibe die Entwicklung so negativ wie in den letzten Monaten, wirke sich das auf die Werbeeinnahmen aus.

Die "NZZ am Sonntag" schreibt weiter: "Das Schweizer Fernsehen schafft es nicht, mit Unterhaltungsprogrammen den Abwärtstrend auszugleichen. Eine neue Koch-Show musste erst kurz nach Start gestoppt werden." Da dieses Jahr keine Sportübertragungen anstehen und ein Teil des Personals mit der Konvergenz beschäftigt sei, werde man das Jahresziel von 32 Prozent Marktanteil nur schwierig erreichen können.

Die "NZZ am Sonntag" kritisiert, dass man von propagierten "Relevanz" noch wenig zu spüren sei. Ausserdem lasse das angekündigte Auslandjournal auf sich warten und die Sendung Giacobbo/Müller sei ja schon jetzt und bis im Oktober in der "Sommerpause".


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