13.04.2019

SRF

«Emma» stellt sich hinter Schawinski

Der Prostitutionsskandal bekommt eine neue Wendung: Die Zeitschrift von Alice Schwarzer verteidigt den Moderator. Sie schreibt, dass Roger Schawinski Salomé Balthus «souverän und fundiert vorbereitet» mit dieser «delikaten» Frage konfrontiert habe.
SRF: «Emma» stellt sich hinter Schawinski
Die berühmteste Frauenrechtlerin Deutschlands: Alice Schwarzer, (Bild: aliceschwarzer.de/Bettina Flitner)

Der Eklat um die «Schawinski»-Sendung vom vergangenen Montag hat auch Deutschland erreicht (persoenlich.com berichtete). Nachdem prominente Journalistinnen wie Michèle Binswanger, Simone Meier, Claudia Schumacher oder Margarete Stokowski dem Moderator frauenfeindliches Verhalten vorwarfen und ein sexistisches Männerkomplott vermuteten, setzt sich nun die Frauenzeitschrift «Emma» in ihrer Onlineausgabe für Schawinski ein. Besonders pikant: «Emma» wurde von Alice Schwarzer, der berühmtesten Frauenrechtlerin Deutschlands, gegründet. Titel des Artikels: «Prostitution: Skandal in der Schweiz».

Ganz kurz zu den Fakten: Schawinski fragte in der Sendung vom Montag die Berliner Edelprostituierte Salomé Balthus, ob sie in ihrer Jugend missbraucht worden sei. Zuvor blendete er einen Clip mit einem Zitat von Alice Schwarzer ein, wonach diese behauptet, dass «eine überwältigende Mehrheit der Frauen, die freiwillig in der Prostitution sind (…) häufiger als im statistischen Durchschnitt in der Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren haben.»  In der Folge beschwerte sich Balthus in ihrer «Welt»-Kolumne vom vergangenen Sonntag über Schawinkis Interviewstil. Dieser habe sie gefragt, ob sie von ihrem Vater, einem bekannten DDR-Künstler, als Kind missbraucht worden sei. Nachweislich ist dieses Zitat in der Sendung aber nicht gefallen, was die Löschung der Kolumne und die Entlassung der Kolumnistin zur Folge hatte. 

Souverän und fundiert vorbereitet

«Emma» stellt sich nun hinter Schawinski und schreibt, dass dieser «souverän und fundiert vorbereitet» seinen Gast mit dieser «delikaten» Frage konfrontiert habe. Die «Pro-Prostituiertenfront in Deutschland und der Schweiz» habe sich hingegen noch nie darüber aufgeregt, dass «eine Profiteuse (eine Betreiberin eines Escort-Service) auf allen Kanälen Werbung macht für das Gewerbe.» Hart kritisiert wird die «Sprecherin» der «Sexarbeiterinnen-Beratungsstelle FIZ», Rebecca Angelini, die im «Blick» gesagt hatte, Schwarzers Aussage sei reine Behauptung, die sich auf keine Zahlen stütze.

«Emmas» Fazit: «Die Realität interessiert diese Ideologinnen offensichtlich nicht, hat sie noch nie.  Aus gutem Grund: Sie verdienen an den Frauen in der Prostitution, sei es als Escort-Betreiberin oder auch als Verwalterinnen der «Sexarbeiterinnen.» (ma)

 



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