21.10.2025

Protestinfo

Entlassung mobilisiert Reformierte

Über hundert Westschweizer Protestanten fordern in einem offenen Brief die Wiedereinstellung zweier entlassener Journalisten.

Nach der Entlassung von zwei Journalisten der reformierten Westschweizer Nachrichtenagentur Protestinfo prangert ein offener Brief einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Presse an. Der Brief wurde von über hundert protestantischen Persönlichkeiten aus der Westschweiz unterzeichnet, insbesondere aus akademischen und Medienkreisen.

Die Entscheidung der Agentur Protestinfo, sich von Anne-Sylvie Sprenger und Lucas Vuilleumier zu trennen, war am 14. Oktober von 24 Heures enthüllt worden. 

Laut den Unterzeichnern des offenen Briefes soll die Entlassung mit einem Fall von sexuellem Missbrauch zusammenhängen, den zu behandeln sich der Synodalrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Waadt (EERV) geweigert habe.

«Diese Entlassung untergräbt die journalistische Unabhängigkeit und schadet der Glaubwürdigkeit der protestantischen Kirchen schwer», schreiben die Brief-Unterzeichner. Sie fordern die Rückgängigmachung der Entlassung und institutionelle Garantien.

Der Exekutivrat der Konferenz der reformierten Kirchen der Romandie (CER) bestreitet jegliche Absicht, Protestinfo zu zensieren. Er erklärte, dass die Entscheidung, sich von den beiden Journalisten zu trennen, nicht auf eine punktuelle Meinungsverschiedenheit oder einen bestimmten Artikel, sondern auf unüberbrückbare Differenzen und auf einen allmählichen Vertrauensbruch zwischen den Journalisten und den reformierten Kirchen der Romandie zurückzuführen sei. (sda/cbe) 


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