07.03.2013

Medienkompetenz

Erfolgreich mit "Peer Education"

Nationales Programm zum Jugendmedienschutz ist gut unterwegs.

 

Cybermobbing, Pornografie, Gewaltdarstellungen - die Liste der Gefahren für Jugendliche im Internet ist lang. Das Bundesprogramm "Jugend und Medien" hat deshalb den sicheren Umgang mit digitalen Medien zum Ziel. Die Zwischenbilanz nach zwei Jahren fällt positiv aus. Erstmals bestehe nun ein Gesamtüberblick über den Jugendmedienschutz in der Schweiz, teilte das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) mit. Auf der Internetplattform www.jugendundmedien.ch seien etwa rund 600 Beratungsangebote und Sensibilisierungsmassnahmen gebündelt.
 
Insbesondere der Ansatz der "Peer Education" wird als erfolgversprechend eingeschätzt. Das Lernen von Gleichaltrigen habe sich bereits in anderen Präventionsfeldern bereits bewährt, sagten BSV-Vertreter gemäss Communiqué vor den Medien in Bern. In den nächsten Monaten würden schweizweit acht Modellprojekte im Bereich Jugendmedienschutz umgesetzt.
 
Noch bis 2015
 
Ebenfalls als Erfolg weist das BSV die Vernetzung der relevanten Akteure auf nationaler Ebene aus. Kantone, Bundesbehörden, Fachhochschulen, Kinder-, Jugend- und Familienorganisationen, Lehrerverbände und Polizeidienste arbeiteten nun in Gremien des Programms eng zusammen.
 
Aber auch die Kommunikationsbranche ist involviert. So sind etwa die Swisscom, der Verband der Computerspielbranche (SIEA) sowie die Jacobs Foundation Programmpartner. Das Programm zur Förderung der Medienkompetenz läuft noch bis 2015. Im Rahmen des zweiten nationalen Fachforums Jugendmedienschutz in Bern zog das BSV Zwischenbilanz über das vierjährige Programm.
 
Allerdings wird Cybermobbing in der öffentlichen Wahrnehmung überschätzt - zu diesem Schluss kommen jedenfalls zwei am Mittwoch veröffentlichte Studien der Pädagogischen Hochschule Thurgau sowie der Universitäten Bern und Zürich. Das Phänomen Cybermobbing kommt demnach etwa dreimal seltener vor als Mobbing in der realen Welt. (sda)

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