Ringier prüft eine Beteiligung an Tele 25. Wie weit sind die Verhandlungen gediehen?
Die laufen sehr gut, ich kann aber noch nichts Konkretes verraten. Es geht weiterhin um die Frage, welche Synergien in welcher Form genutzt werden können. Eine finanzielle Beteiligung wird ebenso geprüft wie andere Formen der Zusammenarbeit (Coproduktionen/Programmaustausch). Entscheidungen wurden noch keine gefällt, das Klima der Verhandlungen ist jedoch ausgezeichnet.
Sie verhandeln des weiteren mit einem Schweizer Investor. Durchgesickert ist, dass es sich dabei um eine Stiftung handelt. Um wen handelt es sich? Und wie ist der Stand hier?
Diese Verhandlungen laufen ebenfalls sehr gut. Wir warten nun aber zunächst den Entscheid über die Form der Zusammenarbeit mit Ringier ab.
Immerhin sollen Sie aber schon auf Personalsuche sein
Das stimmt so nicht. Ich kann doch noch keine Leute anstellen, solange das Projekt nicht endgültig steht. Peter Canale und ich haben natürlich klare personelle Vorstellungen, und zudem ist das Interesse und die Sympathie in der Szene enorm gross: Ich erhalte laufend Anrufe von KollegInnen, die gerne mitarbeiten würden. Bei dieser Gelegenheit ein grosses Kompliment an unsere Post: Bewerbungen, die an "Tele 25" adressiert sind, werden mir oder Peter Canale zuverlässig nach Hause zugestellt (lacht).
Der Bundesrat hat eine Revision des RTVG vorgeschlagen. Wie finden Sie die Lösung?
Ich sehe das differenziert. Die Freigabe der Werbung für leichte Alkoholika ist ein Riesenfortschritt und sehr zu begrüssen. Das Gebührensplitting hingegen finde ich in dieser Form schlicht nicht akzeptabel, erneut eine Lex SRG!
Was schlagen Sie denn vor?
Wir verlangen für das private regionalsprachliche Fernsehen eine Gleichberechtigung mit den regionalen Sendern vorausgesetzt, es erbringe einen Service Public. Das wird bei Tele 25 klar der Fall sein, die Information steht im Zentrum unseres Konzepts. Deshalb fordern wir von den Splitting-Geldern einen mindestens ebenso grossen Anteil wie die Regionalen erhalten. Ich hoffe, das letzte Wort sei beim Gebührensplitting noch nicht gesprochen.
Was wollen Sie tun?
Bis 2004 wird ja noch einiges geschehen. Ich setze voll auf die Gesprächsebene: Wir wollen nach dem Startschuss zu Tele 25 mit Parteien, Bundesrat und zuständigen Gremien reden. PolitikerInnen, die noch vor zwei Monaten mehr Konkurrenz forderten, haben das sprachregionale Fernsehen offenbar bereits wieder vergessen. Da werden wir sie daran erinnern müssen. Die regionalen und die sprachregionalen Privatstationen, die einen Service Public erbringen, müssen gleich behandelt werden. Das Bedürfnis für einen nationalen News-, Talk- und Wirtschaftssender ist klar ausgewiesen und schon von Tele 24 bestätigt worden.

