Der ProLitteris-Preis 2014 geht an die beiden Zürcher Journalisten und Autoren Al Imfeld und Viktor Parma. Sie werden von der Stiftung Kulturfonds ProLitteris für ihr herausragendes berufliches Gesamtwerk als kritisch hinterfragende und recherchierende Journalisten sowie Sachbuchautoren ausgezeichnet. Der ProLitteris-Förderpreis, den die beiden Preisträger bestimmen, geht an den Journalisten und "Erklärung von Bern"-Mitarbeiter Oliver Classen. Die ProLitteris zeichnet damit erstmals den Bereich Journalismus aus, heisst es in der Mitteilung.
Die jährlich neu zusammengesetzte vierköpfige Jury bestand dieses Jahr aus Constantin Seibt, Lotta Suter, Gerhard Lob und Marie-Pierre Genecand. Die Jury begründet ihren Entscheid damit, dass "aussergewöhnlich guter Journalismus" erst dann entstehe, wenn "die ausgetretenen Pfade" verlassen würden. Das hätten beide Preisträger auf ihre ganz eigene Art und Weise getan.
Al Imfeld sei immer wieder weit gereist, habe seine Geschichten in Flüchtlingslagern, in Slums und in den Fabriken gefunden und "über die kleinen Leute, die Machtlosen" geschrieben. Viktor Parma dagegen arbeite "seit 32 Jahren am meist beschriebenen Ort der Schweiz, dem Bundeshaus", von wo aus er "über die Mächtigen" vor allem in der auflagestärksten Zeitung der Schweiz, im "Sonntagsblick", und in drei Büchern geschrieben habe.
Die Preisträger
Der 79-jährige Al Imfeld kam nach Studien der Theologie, Philosophie, Entwicklungssoziologie und Tropenlandwirtschaft zum Journalismus. Er hat für seine Recherchen viele Länder bereist und gilt als einer der besten Afrika-Kenner. Er gründete das Infozentrum Dritte Welt und ist Mitherausgeber der Reihe "Dialog Afrika". Seine Recherchen und Kolumnen erschienen in Tageszeitungen und Magazinen. Imfeld hat bis heute über 50 Sachbücher, Erzähl- und Gedichtbände veröffentlicht, oft zu entwicklungspolitischen Themen.
Der 64-jährige Viktor Parma begann seine journalistische Laufbahn in den 70er-Jahren bei der Schweizerischen Depeschenagentur. Danach arbeitete er bei der "Basler Zeitung". 1981 wechselte er als Bundeshausjournalist nach Bern, von wo aus er etwa für die "Bilanz", die "Weltwoche", die "Basler Zeitung" und den "Sonntagsblick" schrieb. Seit 2009 ist er als freier Publizist und Buchautor tätig. Sein Kerngebiet ist das wirtschaftliche und politische System der Schweiz, worüber er verschiedenen Bestseller schrieb.
Mit Oliver Classen zeichnen die beiden Preisträger ihrerseits einen engagierten Journalisten aus, den die Medienkrise wie andere "zunehmend zu einem Grat- und Grenzgänger" mache. Der frühere Journalist und Redaktor bei der "Werbewoche" und der "Handelszeitung" hat nämlich vor acht Jahren als Mediensprecher zur "Erklärung von Bern" gewechselt. Dort hat er massgeblich an der Publikation "Rohstoff: Das gefährlichste Geschäft der Schweiz" (2011) mitgearbeitet, die ein Bestseller wurde. Dies sei "eine genuin journalistische Leistung", wie Al Imfeld und Viktor Parma betonen. (pd)

