29.05.2019

SRG

Es drohen Werbeeinbussen von 20 Millionen Franken

Die SRG werde 2019 rote Zahlen schreiben, sagt Generaldirektor Gilles Marchand im Interview mit der «Bilanz». Er rechnet zudem mit sinkenden Einnahmen: 2019 dürften die Werbeeinnahmen 5 bis 10 Prozent tiefer ausfallen als budgetiert.
SRG: Es drohen Werbeeinbussen von 20 Millionen Franken
Die SRG will ihr Budget um 100 Millionen Franken reduzieren, zudem muss sie mit sinkenden Werbeeinnahmen rechnen. (Bild: srgssr.ch/de)

Die SRG werde im laufenden Jahr rote Zahlen schreiben, sagt Generaldirektor Gilles Marchand im Interview mit der «Bilanz». Doch in der Umsetzung ihres sich selbst verordneten 100-Millionen-Sparprogramms sei die SRG auf Kurs. Das Unternehmen werde bis Ende 2019 rund 60 Millionen eingespart haben, 2020 werden es gut 90 Millionen Franken sein. 2020 sollte die Rechnung dann wieder ins Lot kommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, spare die SRG in der Distribution, indem sie ab Juni die terrestrische Verbreitung ihrer Fernsehprogramme über Antenne abschalte, bei den Investitionen in die Technik und «leider auch über den Abbau von insgesamt 200 Vollzeitstellen, wobei wir versuchen, möglichst viele Abgänge über natürliche Fluktuationen zu vollziehen», so Marchand. Zudem wolle die SRG Immobilienkosten sparen: zwölf Millionen in der Deutschschweiz, davon realisiere sie fünf Millionen mit den Rochaden in Bern. «Insgesamt streben wir eine landesweite Flächenreduktion von 25 Prozent an», so Marchand.

Journalisten sollten rausgehen

Der SRG-Direktor muss sich zudem auf weiter sinkende Werbegelder einstellen: Die Situation sei schwierig, denn «2019 dürften die Werbeeinnahmen 5 bis 10 Prozent tiefer ausfallen als budgetiert». «Das entspricht einem potenziellen Minus von 20 Millionen Franken», so Marchand. Falls sich die Situation auf dem Werbemarkt noch weiter zuspitze, «müssen wir nochmals über den Leistungsauftrag diskutieren. Oder über die Finanzierung».

Darüber hinaus äussert sich Marchand zum geplanten Umzug des Radiostudios Bern nach Zürich. Für die journalistische Qualität spiele es keine Rolle, ob die «Echo der Zeit»-Redaktion von Zürich, Bern oder Solothurn aus einen Beitrag von ihrem Moskauer Korrespondenten bestelle, so Marchand, und weiter: «Das Wichtigste ist, dass die Journalisten rausgehen, vor Ort sind – und nicht allein der Ort, wo die Beiträge zusammengestellt werden. In der Romandie haben wir in jedem einzelnen Kanton Korrespondenten mit Regional-Büros, in der Deutschschweiz ist das nicht überall der Fall. Wir wollen in journalistische Kompetenz im Feld reinvestieren. Gleichzeitig müssen wir sparen und mit weniger Geld mehr Leistungen erbringen, wie etwa die Untertitelung aller Sendungen für Hörbehinderte». (eh)



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