Welches sind Ihre grossen Themen in der nächsten Zeit?
Wichtige Themen des Verbandes SCHWEIZER PRESSE sind auf verschiedenen Ebenen angesiedelt, sowohl in medienpolitischer, wirtschaftlichlicher und struktureller Hinsicht als auch im Gattungsmarketing. Medienpolitisch steht die Vernehmlassung zur Revision des RTVG in Diskussion. Zudem arbeiten wir an einer Strukturveränderung des Verbandes. Im Bereich Gattungsmarketing gilt es, mit Argumenten, Projekten und Aktionen die Positionierung der Zeitungen und Zeitschriften gegenüber Werbewirtschaft und Lesermarkt zu stärken. Verbunden damit sind konkrete Dienstleistungen für unsere Mitglieder, z.B. überdachende Abo-Gewinnungsaktionen. Leseförderung in Schulen zähle ich ebenfalls dazu: Den Verlagen wird die Möglichkeit geboten, mit von uns zur Verfügung gestelltem Inhalt, an den Schulen ihres Einzugsgebietes eigentliche Lese-Lernwerkstätten einzurichten. Dabei geht es darum, den Schülern das Lesen näherzubringen, aber auch darum, dass die Verlage ihre Produkte regional in ihrem Umfeld positionieren können. Ein weiteres Thema ist selbstverständlich auch unser Jahreskongress im September in Montreux. Eine Bühne für fachliche und politische Auseinandersetzungen und gesellschaftliche Begegnungen, die sich in den letzten Jahren zu einem profilierten Medienanlass entwickelt hat, an dem immer mehr auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik teilnehmen.
Der Verband wird seine Stellungnahme zum neuen RTVG-Entwurf im Mai dem BAKOM unterbreiten. Inwiefern betrifft das RTVG SCHWEIZER PRESSE?
Eine grosse Anzahl unserer Mitglieder sind Medienunternehmen mit grossem Engagement im Radio- und TV-Bereich - sei das regional oder national. Unsere Stellungnahme zum neuen RTVG ist deshalb von grosser Bedeutung. Wir wollen die Medienpolitik der Zukunft mitbestimmen.
In welche Richtung wird diese Stellungnahme gehen?
Die intensiven Diskussionen innerhalb des Präsidiums und einer dafür eingesetzten Arbeitsgruppe sind voll im Gang. Die Formulierung der Stellungnahme ist noch nicht abgeschlossen.
Ein wichtiges Thema wird an der Mitgliederversammlung vom 30. Mai die angekündigte Strukturveränderung von SCHWEIZER PRESSE sein. Können Sie schon etwas mehr dazu sagen?
Der Verband ist heute in sogenannte Gattungsgruppen - überregionale, lokale und regionale Zeitungen, Zeitschriften sowie Fachzeitschriften unterteilt. Neu soll die Struktur aus sogenannten Departementen bestehen, die marktgerichtete Schwerpunkte haben und über die einzelne Gattung hinausgehen. Dies bedingt neue, erweiterte Zielsetzungen und neue Statuten, über die an der nächsten Mitgliederversammlung entschieden werden soll.
Die kleinen Verlage werfen SCHWEIZER PRESSE immer wieder vor, Sprachrohr der grossen Verlage zu sein. Wie wollen Sie die Anliegen der kleinen Verlage stärken?
Den Vorwurf, Sprachrohr der grossen Verlage zu sein, kann ich nicht nachvollziehen. Unser Verband ist sehr heterogen und wir bieten zahlreiche Dienstleistungen im Bereich Marketing und Rechtsberatung speziell auch für die mittleren und kleinen Häuser an. Unser Verband funktioniert demokratisch-föderalistisch und all unsere Fach- und Arbeitsgruppen sind glücklicherweise gut durchmischt. Gesunde Gesprächskultur und Konfliktfähigkeit herrschen vor. In der Folge sind bei der Konsensfindung sowohl die Grossen als auch die Kleinen mit eingebunden.
Per Ende Jahr sind einige kleinere Häuser aus dem Verband ausgetreten. Rechnen Sie damit, dass es einen Gegenverband geben könnte?
Nein. Grund für die damaligen Austritte war der neue Gesamtarbeitsvertrag, der zu einem eigentlichen Politikum wurde. Von einigen damals ausgetretenen liegen unterdessen Absichtserklärungen vor, dem Verband wieder beizutreten.

