"Sex ist der Star" titelte Facts in seiner aktuellen Ausgabe. Und warf Star TV vor, vor allem mit Softpornos und Telefonsex-Spots Quote und damit auch Kasse zu machen. "Um über Erotik berichten zu können, ist Facts jede Lüge recht.", konterte Star TV jetzt in einem Communiqué. Der Facts-Journalist habe in seinem Artikel "statistisch völlig unprofessionell" die Marktanteile von Star TV im Tagesprogramm mit denjenigen der Erotikschiene nach Mitternacht verglichen. Weil Star TV vor Mitternacht sein Publikum mit über 40 Konkurrenzsendern im Kabelnetz teilen müsse, seien diese Publikumsanteile beim "unerotischen" Programm einiges geringer als im Verlauf der Erotiksendungen nach Mitternacht, wie es in der Mitteilung heisst. "Dann haben sich die meisten Konkurrenzsender zum Schlaf abgemeldet oder zeigen Wiederholungen. Die inzwischen auch bei Star TV nur noch spärlich hängenbleibenden Zapper erscheinen dann vor diesem neuen Konkurrenzumfeld plötzlich als ganz grosse Zahl prozentual am Gesamten gemessen." Um über Erotik berichten zu können, sei Facts offenbar jeder Vorwand recht
Star TV habe diese Hintergründe Facts sachlich erklärt. Auch habe Star TV vorgerechnet, dass die jährlichen Erotik-Einnahmen des Senders für Film, Lifestyle & Entertainment nur ungefähr zehn Prozent von dem ausmachen, was zum Beispiel der Tages-Anzeiger an seinen täglich mehr als 400 Erotik-Inseraten pro Jahr verdiene. Unerwähnt im Facts-Artikel bleibe auch, dass der Gesamterlös von Star TV mit Erotik weniger als 8 Prozent vom totalen Budget des Senders ausmache.
Star TV glaubt denn auch, dass Facts den Artikel lanciert habe, um Tele Züri zu unterstützen. Obwohl dem Nachrichtenmagazin alle Fakten vorgelegen seien, habe "die Schwesterpostille von TeleZüri offenbar aus echter Schwesternliebe ihre Story mit bewusst falsch interpretierten Zahlen aufgemotzt". Konzernjournalismus müsse helfen, wenn die Luft für Privatfernsehen in der Schweiz immer dünner werde. Desweiteren wirft der Sender Facts vor, dass das Interview mit Paul Grau, CEO und Mehrheitseigner von Star TV, "bis zur Harmlosigkeit" massiv gekürzt worden sei. Star TV behält sich rechtliche Schritte "gegen diese verunglimpfende und einseitige Story" vor.
'Hanebüchene Vorwürfe'

