24.03.2004

Tele-Voting

Faustregel -- Pro Zuschauer ein Anruf

Diese Woche rollt der Rubel bei "Wetten dass..."

Wenn TV-Zuschauer per Telefon abstimmen, wer Star auf Zeit werden, rausgeschmissen oder in ein Schlangenbecken getaucht werden soll, dann rollt der Rubel. Dank technologischer Errungenschaften immer schneller und immer reichlicher, wie die BaZ berichtet. Konnten vor 20 Jahren nur 1000 TED-Anrufe verarbeitet werden, so werden heute bis zu 100'000 Anrufe gleichzeitig entgegengenommen.

So ist denn auch das Potential für Sender, Telefongesellschaften und Systembetreiber enorm. Eine Faustregel besagt, dass pro Zuschauer ein Anruf eingeht. Je emotionaler die Abstimmung desto mehr Votes. So hat beispielsweise die Sendung "MusicStar" auf SF 1 über die Hälfte der insgesamt 11.3 Mio. Voting-Anrufe in der Finalsendung verzeichnet. Durchschnittlich rief jeder Zuschauer viermal an.

Die Verantwortlichen wissen zwar, dass sich die Zahlen der Voting-Anrufe bei der Neuauflage einer Sendung nicht mehr steigern lassen. Trotzdem kann SF DRS bei der nächsten "MusicStar"-Staffel noch einen drauflegen, indem der Sender bei der Swisscom bessere Konditionen aushandelt, sprich einen grösseren Teil der Votinggebühren einfordert. Dass SF DRS damit durchkommt, ist realistisch. Während SF DRS in der ersten Staffel nur 54 Prozent am Gewinnkuchen einfuhr, zeigt eine Studie des deutschen Verbandes für Telekommunikations- und Mehrwertdienste, dass die Inhaltsanbieter zwischen 71 und 85 Prozent der Voting-Einnahmen für sich verbuchen können.


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