SF-Chefredaktor Ueli Haldimann stand in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik. Erst vor ein paar Wochen musste er sich in seinem Weblog dafür entschuldigen, dass "10vor10" vor dem Konzentrationslager Buchenwald ein Interview mit Christoph Mörgeli zum Fall "Mengele/Mörgele" geführt hatte. In einem weiteren Fall, in dem es um Aufnahmen mit versteckter Kamera in einem Beitrag der Sendung "Kassensturz" geht, muss sich Haldimann zusammen mit anderen SF-Mitarbeitern vor Gericht verantworten, nachdem die Zürcher Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hat. Bereits im Herbst 2007 hatte das Zürcher Obergericht Ueli Haldimann und drei "Kassensturz"-Mitarbeiter wegen unbefugter Aufnahmen von Gesprächen mit einem Versicherungsberater zu bedingten Geldstrafen verurteilt.
Die Zeitung "Sonntag" berichtet nun, dass ein Fehler von Ueli Haldimann die Tamedia teuer zu stehen kam. Der Fall liegt Jahre zurück: Unter der Verantwortung des damaligen Chefredaktors Ueli Haldimann hatte die "SonntagsZeitung" im Oktober 1995 ein Dossier über den Bankier Hans Vontobel publiziert. Die Veröffentlichung des Artikels geschah, obwohl Haldimann und der damalige Verleger Hans Heinrich Coninx zuvor von Seiten der Bank Vontobel auf gravierende Fehler aufmerksam gemacht worden waren.
Im März 1996 musste sich Ueli Haldimann bei Hans Vontobel entschuldigen. Laut Angaben von "Sonntag" musste die Tamedia in der Folge knapp eine halbe Million für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen. Mit diesen -- bisher unveröffentlichten -- Fakten konfrontiert, liess Hans Heinrich Coninx laut "Sonntag" über die Tamedia-Pressestelle ausrichten, dass er "zu dieser lange zurückliegenden Geschichte keine Stellung mehr nehmen" möchte. Beinahe wortgleich habe die Antwort von Ueli Haldimann gelautet.

