Das Fernsehen läuft Gefahr, seine dominante Rolle als Leitmedium zu verlieren. Das berichtet pressetext.com. Neue mobile Ausspielkanäle und mächtige neue Markteinflüsse durch Hardwarehersteller sowie Konzerne wie Google oder Apple machen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu schaffen. Das Nutzungsverhalten der Kunden entfernt sich zunehmend vom linearen, zeitlich unflexiblen Angebot der klassischen TV-Anbieter. Zudem wird eine Kernkompetenz des TV-Journalismus, nämlich die politische Information, zunehmend durch übercoachte Politiker erschwert, die nicht mehr Willens sind, die Antworten, die sich das Publikum erwartet, auch zu geben. Das sind die Themen, die heute, Mittwoch auf den Österreichischen Medientagen in Wien diskutiert werden.
Ohne Anpassungen an die neuen Gegebenheiten laufen Sender weltweit Gefahr, im wachsenden Unterhaltungs- und Informations-Angebot unterzugehen. Deshalb müssen der private und öffentlich-rechtliche Rundfunk gemeinsam kämpfen, um nicht als eine von vielen Apps in der Bedeutungslosigkeit zu veschwinden, sagt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in seinem Vortrag. Gary Davey von Sky Deutschland hebt den Kunden als König hervor. Das Fernsehen müsse hart daran arbeiten, dem Seher zu geben was, wann und wo er es wolle. Dabei müsse es besser sein als die Konkurrenz, sagt er. Die Zugangshürden zum Markt seien verschwunden, es werden in Zukunft noch mehr neue Anbieter auf den Markt drängen. Die Zuschauer sollten deshalb in Zukunft vor allem durch exklusive, hochwertige Inhalte an die Sender gebunden werden.
Im Informationsbereich bereitet den Fernsehmachern ein anderer Trend Sorgen. Mit Mediencoachings hochtrainierte Politiker weigern sich zusehends, Journalistenfragen ernsthaft zu beantworten oder wissentlich Unwahrheiten zu verbreiten. Die Politiker auf der anderen Seite fühlen sich dagegen ungerecht behandelt. Oft liefern sich Politiker und Journalisten beim Interview ein Duell, wobei die politische Auseinandersetzung in den Hintergrund tritt. Ein Lösungsvorschlag wäre laut den Diskutanten eine Professionalisierung auf beiden Seiten, sowie mehr Qualität statt Quantität bei politischen Interviews. (pressetext.com)

