Nach dem unerwarteten Abgang des bisherigen BaZ-CEO Roland Steffen ist sein Nachfolger eine neue Überraschung: Rolf Bollmann gehörte bis vor ein paar Tagen der Unternehmensleitung von Tamedia an und hätte eigentlich bald in Pension gehen sollen (persoenlich.com berichtete). Wie kam es zum Wechsel und bedeutet Bollmanns Verpflichtung eine weitere Annäherung der BaZ an Tamedia? persoenlich.com hat beim Verwaltungsratspräsidenten Filippo Leutenegger nachgefragt:

Herr Leutenegger, wie kam es dazu, dass Rolf Bollmann nun neuer CEO wird? Haben Sie ihn angefragt?
Ja.
CEO einer Zeitung zu werden ist für Rolf Bollmann ein interessanter Karriereschritt.
Rolf Bollmann ist hochmotiviert, sicher auch, weil er schon älter ist und nun statt seiner Pensionierung nochmals eine neue, verantwortungsvolle Aufgabe antreten kann. Soweit ich weiss, hat er bereits eine Bleibe gefunden. Er wird am selben Ort arbeiten wie ich, an der Hochbergerstrasse.
Was erhoffen Sie sich von ihm?
Auf Rolf Bollmann wartet intensive Sanierungsarbeit. Er wird Redaktion und Verlag gleichzeitig leiten, womit die finanzielle Verantwortung nun in einer Hand liegt. Bollmann war bei Tamedia zuständig für die Zürcher Medien, also für die grossen Tageszeitungen, wie auch für die Regionalausgaben. Dieses Umfeld ist in Basel ähnlich.
Warum war Roland Steffen nicht der Richtige für diesen Job?
Das ist Vergangenheit. Ich rede gerne über die Zukunft.
Wo liegen momentan die grössten Probleme?
Die BaZ muss wieder rentabel geführt und die heutigen überdimensionierten Konzernstrukturen abgebaut werden.
Die Pensionskasse galt zu Ihrem Start als dringlichstes Problem. Nun hat laut "NZZ am Sonntag" Christoph Blocher 15 Millionen neu eingeschossen, um die Unterdeckung der Pensionskasse auszugleichen (persoenlich.com berichtete)?
Diese Geschichte ist eine klassische Benini-Ente. Was die "NZZ am Sonntag" schrieb, ist so falsch, dass auch das Gegenteil nicht wahr ist. Der genannte Betrag ist völlig daneben und Christoph Blocher hat auch kein Geld eingeschossen.
Bedeutet die Verpflichtung von Rolf Bollmann, dass die BaZ sich weiter Tamedia annähert?
Nein, nicht mehr und nicht weniger als sie schon ist. Aber die Tatsache einen ausgewiesenen Regionalzeitungs-Kenner als BaZ-CEO zu etablieren, bringt auch Chancen für unsere Kooperation. Wir werden die Zusammenarbeit im Werbemarkt (Metropol) wie auch bei publizistischen Projekten (z.B. "Das Magazin" oder Newsnet), wie schon unlängst publiziert (vgl. persoenlich.com), weiterführen.
Interview: Edith Hollenstein

