25.08.2011

Filippo Leutenegger

Findet seine Arena aktuell genug

Produziert Sendungen 8 Tage im Voraus.

Am Mittwoch startete die erste Ausgabe von "Filippos Politarena" zum Thema "Frankenstärke". Dabei stellte sich die Frage: Wie aktuell ist diese Sendung, wenn sie mehr als eine Woche vor der Ausstrahlung produziert wird? Inwiefern wäre die Diskussion anders verlaufen, nachdem klar war, dass der Bundesrat die 2-Milliarden-Massnahme zur Stützung der Wirtschaft bewilligt hatte? Persoenlich.com hat bei Filippo Leutenegger nachgefragt.

Herr Leutenegger, welche Redaktionen bekamen Sie auf die erste Sendung?

Die Sendung brachte grosse Resonanz. Die einen äusserten sich positiv, andere bemängelten das eine oder andere. Peter Studer hat sich ja die Mühe genommen und die ganze Sendung analysiert (persoenlich.com berichtete). Dass er kritisierte, die Diskussion sei mit den Jusos entgleist, nehme ich gelassen. Wichtig ist, dass die Gäste auch mal ausreden können oder Dampf ablassen, das gehört auch zur politischen Realität, die man darstellen muss.

Problematisch ist, dass die Sendung mehr als eine Woche im Voraus aufgezeichnet wurde und somit nicht topaktuell war. In der ersten Ausgabe wurde z.B. die 2-Milliarden-Stützungsmassnahme des Bundesrats nicht berücksichtigt.

Aus Kostengründen müssen wir jeweils zwei Sendungen nacheinander produzieren. Dies bewirkt, dass nur eine Sendung topaktuell ist, nämlich diejenige, welche wir am Vorabend aufzeichnen. Die andere Sendung muss eher ein Hintergrundthema mit längerfristiger Aktualität behandeln, da sie erst acht Tage später gesendet wird. Nächsten Mittwoch kommt z.B. die Sendung zum Thema Asyl. Hier geht es vor allem um eine heisse Grundsatzdebatte, dabei spielt die Aktualität eine weniger wichtige Rolle. Bei der Energiefrage sind wir hingegen sehr aktuell. Klar, diese Doppelproduktionen sind ein Kompromiss, den wir aus Kostengründen eingehen müssen. Ich hätte auch lieber alles Live.

Hätte die Sendung über die Frankenstärke einen anderen Verlauf genommen, wäre sie nicht bereits vor einer Woche, sondern aktuell produziert worden?

Nein.

Zu den Kosten: Peter Studer mutmasst, dass Ihre Sendungen insgesamt 200‘000 bis 250‘000 Franken kosten. Stimmt das?

Nein. Leute wie Studer rechnen mit wöchentlichen Produktionen. Wir produzieren, wie gesagt, zwei Sendungen pro Drehtag.

Das reduziert die Kosten um die Hälfte. 100‘000 Franken sind also realistisch. Wer zahlt diesen Betrag?

Die Verantwortung für die Produktion und die Kosten liegt vollumfänglich bei Sat1 Schweiz. (eh)


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