Billig und willig: Chefredakteur Claus Strunz will mit einem ungewöhnlichen Projekt die lokale Kompetenz des "Hamburger Abendblatts" steigern - er schickt 18 Bürgerjournalisten für wenig Geld auf die Strasse, sie sollen gemeinsam sieben verschiedene Stadtteil-Blogs füllen. Laut turi2 ist das besondere an der Aktion des "Abendblatts", welches sich "Mein Quartier" nennt, dass für die Stadtteile nicht etwa professionelle Journalisten zuständig sind, sondern engagierte Normal-Bürger. Die sollen multimedial berichten - inklusive Fotos und Videos.

Das Equipment wird gesponsert. Ausgewählte Beiträge erscheinen mittwochs in der gedruckten Zeitung. Und nur für die gibt's Geld, für nur im Blog veröffentlichte Beiträge zahlt der Verlag nichts. Claus Strunz erwartet von den Bloggern dennoch, dass sie mehrmals am Tag Beiträge schreiben. Mal abwarten, wie lang die schlecht Bezahlten bei der Stange bleiben. Vielleicht spricht ja deshalb Springer lieber von einem "Projekt" als von einer dauerhaften Institution. In den USA, wo es derartige Ansätze bereits bei einigen Medien gibt, wurde hierfür das Schlagwort des "hyperlokalen Journalismus" geprägt, während das "Abendblatt" etwas bescheidener von "sublokal" spricht. Ganz neu ist die Idee, dass Medien in die Stadtteile gehen, freilich nicht. In mehreren deutschen Zeitungen gibt es seit langem Rubriken für die jeweiligen Stadtteile. (Quelle: Turi2)

