Die Neue Zürcher Zeitung stellt die Führung ihrer deutschen Ausgabe neu auf. Der 48-jährige Politikjournalist Florian Eder wird ab 1. Januar 2026 Chefredaktor von NZZ Deutschland und löst damit Marc Felix Serrao ab, der das Berliner Büro seit 2017 aufgebaut hat.
Serrao verlässt die NZZ Ende November und wechselt zum Global Reporters Network von Axel Springer (persoenlich.com berichtete). Unter seiner Leitung entwickelte sich das ursprüngliche Korrespondentenbüro zu einer eigenständigen Redaktion mit rund 30 Vollzeitstellen, wie es in einer Mitteilung heisst. «Durch sein grosses Engagement konnte die NZZ im deutschen Markt fest verankert werden», würdigt NZZ-Chefredaktor Eric Gujer Serraos Aufbauarbeit.
Eder bringt zwei Jahrzehnte Medienerfahrung mit. Nach Stationen bei der Financial Times Deutschland, als Korrespondent in Italien und Brüssel sowie bei der Welt wechselte er 2015 zu Politico, wo er als Executive Editor Germany das «Brussels Playbook» mitprägte. Seit 2023 leitet er bei der Süddeutschen Zeitung das digitale Format «SZ Dossier».
Deutschland gilt als zentraler Wachstumsmarkt für die NZZ, wie es weiter heisst. Ein erheblicher Teil des digitalen Wachstums stamme mittlerweile aus dem deutschen Markt, besonders das Premium-Abonnement NZZ Pro entwickele sich stark. Bis 2030 will die NZZ ihre deutschen Abonnentenzahlen von derzeit rund 50'000 auf 100'000 verdoppeln. Das Deutschland-Team soll bis Ende 2027 von 30 auf über 40 Vollzeitstellen wachsen.
Unter Eders Führung will NZZ Deutschland ihr publizistisches Profil weiter schärfen, mit Schwerpunkten in Wirtschafts- und Ordnungspolitik, Bildung sowie Aussen- und Sicherheitspolitik. «Florian Eder vereint publizistische Exzellenz mit strategischem Weitblick», so Gujer über die Personalentscheidung. (pd/cbe)

