Mathias Döpfner, CEO des Medienkonzerns Axel Springer, fordert einen vollständigen Verzicht der ARD und ZDF auf Werbung, Sponsoring und E-Commerce. Dieser solle nicht nur das Internet, sondern auch TV und allen anderen Kanälen betreffen, wie er in einem Interview mit dem "Spiegel" erklärt. Im Gegenzug dürften die öffentlich-rechtlichen Sender im Internet inhaltlich tun und lassen, was sie wollen.
Döpfner nimmt damit Stellung zur Diskussion, wo ARD und ZDF für ihr Internet-Geschäft eine Grenze gesetzt werden soll. Nach Auffassung der Ministerpräsidenten der Bundesländer sollendie Öffentlich-Rechtlichen auf ihren Websites bloss Inhalte veröffentlichen dürfen, die sich auf ihre Radio- und Fernsehsendungen beziehen. Döpfner hält diese Regelung für "lebensfremd": "Am Ende wird nicht wirklich zu kontrollieren sein, ob etwa ein Beitrag von ARD und ZDF im Netz die definierten Grenzen einhält."
Neue Medien bräuchten mehr Kreativität und Freiheit, nicht Beschränkung. Ein vollständiger Verzicht auf Werbung und Sponsoring sei der einzige ordnungspolitisch saubere, und vor der EU-Kommission vertretbare Weg, so der Springer-Chef
Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff hat zu Döpfners Vorschlag bereits Stellung genommen: Er hält ihn für "ungeeignet", wie er gegenüber dem "Spiegel" sagt. "In Zeiten, in denen die Gebührenzahler weniger werden und wir nicht hoffen können, das durch höhere Gebühren wettzumachen", seien Werbeerlöse "unverzichtbar". Bei einem Werbeverzicht müssten als Folge die Rundfunkgebühren erhöht werden -- und dies wolle gegenwärtig niemand.

