09.05.2008

Springer Schweiz

Freie sollen Nutzungsrechte abtreten

Berufsverbände protestieren gegen Regelung.

Der Axel Springer Verlag ("Handelszeitung", "Bilanz", "Tele", "TV-Star" und "Beobachter") verlangt von freien Journalisten, weitgehende Nutzungsrechte ihrer Werke abzutreten. So soll der Verlag künftig Texte und Fotos beliebig oft verwenden und an beliebige Publikationen weiterverkaufen können. In einem Schreiben, das in diesen Tagen ausgesandt wird, werden Journalisten aufgefordert, eine entsprechende neue Regelung für die Zusammenarbeit zu unterschreiben, wie der Weblog medienlese.com berichtet.

Gegen diese Politik des deutschen Verlagshauses protestieren die Berufsverbände: “Interne Mehrfachverwendungen sollen entschädigungslos möglich werden. Und beim Weiterverkauf ausser Haus ist zwar eine Entschädigung für die Journalisten vorgesehen, aber die Urheber haben keinen Einfluss darauf, wo ihr Werk noch überall erscheint -- und zu welchem Preis”, kritisiert Urs Thalmann vom Journalistenverband Impressum die Einschränkungen. Bei Impressum und der Mediengewerkschaft Comedia seien in den letzten Tagen eine ganze Reihe Beschwerden eingegangen.

Thalmann kündigte gegenüber medienlese.com an, mit Springer in Kontakt zu treten und Verhandlungen zu verlangen. Er empfiehlt freien Journalisten, bis dahin die neuen Bestimmungen nicht zu unterzeichnen.


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