Die Mediengewerkschaft comedia will nicht, dass die Verleger im Presserat vertreten sind. Mit ihrer ablehnenden Haltung protestiert die Gewerkschaft dagegen, dass sich die Verleger weigern, über einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu verhandeln. Es sei zwar zu begrüssen, dass sich der Verband Schweizer Presse für ethische Fragen engagieren wolle, teilte comedia am Sonntag mit. Als Arbeitgeber hätten sich die Verleger aber unethisch verhalten. Vor fünf Jahren hatte der Verband Schweizer Presse den GAV für die deutsche und italienische Schweiz aufgekündigt.
Seither versuchen die Gerwerkschaften den Verband Schweizer Presse an den Verhandlungstisch zurückzuholen, wie comedia weiter mitteilte. Die Gewerkschaft impressum und das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM hatten sich trotz dieses Konflikts für die Aufnahme der Verleger in den Pressrat ausgesprochen. Der Stiftungsrat der Stiftung Schweizer Presserat wird in den nächsten Tagen über die Aufnahme entscheiden. Bei einem Ja soll die Umsetzung der Trägerschaft ab dem 1. Juli 2008 beginnen. Die comedia fasste ihren Entschluss gegen die Verleger am Samstag an einem Kongress in Zürich.

