Ein Fernsehzuschauer hatte sich an der Berichterstattung von "10vor10" über die trotzkistische französische Präsidentschaftskandidatin Arlette Laguiller gestossen. Der Ombudsmann hält die Beanstandung für abwegig. Beschlossen wurde das Portrait über Laguiller mit Bildern aus einer Wahlveranstaltung der französischen Trotzkisten, auf der mit geballter, erhobener Faust die Internationale gesungen wurde.
Ein Fernsehzuschauer beschwerte sich darüber bei Otto Schoch, dem Ombudsmann von Radio und Fernsehen DRS, wie dieser in der Juli/August-Ausgabe von Link, dem Monatsmagazin des Publikumsrates und der Mitgliedgesellschaften, schreibt. Der Fernsehzuschauer machte geltend, dass es "eine gewaltige Schweinerei" sei, wenn SF DRS angesichts von 120 Millionen Toten im Namen der Internationalen solche Bilder zeige. Inakzeptabel sei dies umso mehr, als ein "Heidenlärm" gemacht werde, wenn ein paar junge Leute mit dem Hitlergruss auftreten und Nazilieder singen würden. Einmal mehr beweise SF DRS seine Unausgewogenheit und seine manifesten Sympathien für "Marxisten und Linksextreme".
Diese Beanstandung gehe ins Leere, schreibt Schoch. Die Bilder von der Parteiversammlung hätten der Information des Fernsehpublikums gedient. Daraus dürfe nicht der Schluss gezogen werden, dass sich die Programmverantwortlichen mit der gezeigten Symbolik identifizieren würden. Im gleichen Sinn sei auch schon über Rechtsextreme in der Schweiz oder in Deutschland berichtet worden.

