20.08.2012

US-Medien

Glaubwürdigkeit im Sinkflug

Obama kritisiert Berichterstattung über Biden scharf.

Laut einer Studie des Pew Research Center leiden US-Medien unter einem starken Vertrauensverlust. Das zweite Mal in den vergangenen zehn Jahren ist der Glaubwürdigkeits-Wert von grossen Medienhäusern stark gesunken. In der Untersuchung erleiden neun von 13 Medien einen grossen Verlust in der Glaubwürdigkeit bei ihren Nutzern. Dieser Trend erinnert an die Medienkrise, die zwischen 2002 und 2004 die Branche in Atem hielt. Von diesem Vertrauensverlust sind die meisten News-Organisationen aus allen Sektoren betroffen - nationale Zeitschriften, die drei grossen Kabel-Nachrichtensender und staatliche Medienhäuser. Insgesamt ist das Vertrauen in die Medien um 15 Prozent gefallen, von 71 Prozent auf 56 Prozent. Mit der Ausnahme von regionalen Nachrichtensendern und Zeitungen konnte keine Nachrichteninstitution diesen Trend umkehren.

Mit dem Thema Glaubwürdigkeit der Medien befasst sich zur Zeit auch die amerikanische Öffentlichkeit. Präsident Barack Obama hat in einem Interview starke Kritik an der Berichterstattung über seinen Stellvertreter Joe Biden geübt. Der Vize-Präsident hat bei einer Wahlrede die Finanzpolitik des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney mit folgenden Worten kommentiert: "Durch seine Politik werden Euch wieder die Ketten angelegt." Das Verursachte einen grossen Aufschrei der rechtsgerichteten Medien, die Biden Rassismus vorwerfen. "In Wirklichkeit ist das wieder ein Beispiel, wie unterschiedlich die Auffassungen von den Amerikanern und den Medienkonzernen sind", sagt Obama. (pte)


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