01.04.2004

1. April

Gratis-Konzert der "MusicStars" kein Scherz

Leser und Hörer in den April geschickt -- oder eben nicht.

Zeitungen und Radios schickten in der ganzen Schweiz ihre Hörer und Leserinnen am Donnerstag in den April. Radio 24 hingegen machte keinen Scherz: Das angekündigte Gratis-Konzert der "MusicStars" in Zürich fand auch wirklich statt.

Schweizer "MusicStar" Carmen Fenk und neun weitere Finalistinnen und Finalisten würden zusammen mit einem offenen Tram durch Zürich fahren und am Mittag ein Gratiskonzert geben, hatte Radio 24 am Donnerstagmorgen gemeldet. Was wie ein Scherz daherkam, war aber keiner. Das Gratis-Konzert der MusicStars in Sursee, das die Surseer Woche ankündigte, war dann hingegen ein Scherz. Auch das von der Neuen Nidwaldner Zeitung und der Neuen Obwaldner Zeitung kurzfristig angesetzte Casting für die zweite Staffel fand nicht statt.

Neben "MusicStar" war auch Fussball ein Scherz-Thema: Um die Fussball-EM 2008 doch noch nach Zürich zu holen, wollten private Investoren ein Fussballstadion im Zürichsee errichten; innerhalb eines Jahres werde die Insel für nur 20 Millionen Franken gebaut, schrieb der Tages-Anzeiger.

Beim FC St. Gallen gibt es einen neuen Mehrheits-Aktionär. Laut dem Regionaljournal Ostschweiz von Schweizer Radio DRS hat der Ukrainer Igor Belanow -- bis vor kurzem noch Hauptaktionär beim FC Wil -- die Mehrheit des Aktienkapitals des Liga-Konkurrenten FC St. Gallen erworben.

In Basel will der FC Basel Essen, Trinken und Rauchen im St. Jakob-Park verbieten, wie er in einer Medienmitteilung verbreitete. Wegen der Reinigungskosten solle Essen nur noch erlaubt sein, wenn das Verpackungsmaterial nicht mehr als 4 Gramm wiegt.

Die Basler Zeitung benutzte den 1. April, um vor dem Fluch des Tutanchamun zu warnen, der mit der Ausstellung nach Basel gelangt sei. Ein ägyptischer Professor und Privatgelehrter sollte über den Fluch informieren und diesen auch gleich neutralisieren.

Neue Bussen und Verordnungen

Am 1. April wurden auch verschiedene neue Bussen und Verordnungen eingeführt. So kündigte das Tagblatt der Stadt Zürich eine Schwan-Verordnung an: Wer wiederholt einen Schwan füttert, kann mit bis zu 20 Monaten Gefängnis bestraft werden.

In Schwyz will die Kantonspolizei gegen das Telefonieren mit dem Handy im Auto vorgehen, wie sie verbreitete. Sollten Fahrzeuglenker während der Fahrt der Polizei telefonieren, werde deren Telefonrechnung automatisch mit einer Busse von 100 Franken belastet.

Winterthur will gemäss dem Landboten mit dem Stadtwald Geld für seine leeren Kassen machen: Wer den Wald betreten will, muss eine Tagesmarke von einem Franken lösen, vier Franken kostet eine Monatskarte. Auch der Zürcher Oberländer will eine Steuer "TrailTax" für Wanderwegen einführen und so zu Geld kommen.

Neue Produkte

Der bekannteste Schweizer Berg soll "an den Mann" gebracht werden: Laut dem Walliser Bote hat ein japanischer Unternehmer ein Kondom mit dem Namen "Matterhorny" auf den Markt gebracht. Die Thurgauer Zeitung weiss dafür, wie sich Papst Johannes II bei seinem Besuch in der Schweiz fortbewegen wird: Das von einer Kreuzlinger Firma gebaute Papamobil sollte am Donnerstagmorgen gesegnet werden.

Die Linth Zeitung kündigte an, dass die Zürichsee- Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) im Sommer Sonderfahrten für Nudisten durchführten. Der Kapitän trage bei den FKK-Fahrten im Minimum die Schulterpatten. Die Berner Tageszeitung Der Bund nahm den laufenden Umbau des Bundesplatzes zum Anlass, ihre Leser in den April zu führen. In den Untergrund des Platzes werde eine Personenzählanlage eingebaut, mit der künftig die Teilnehmerzahl bei den Kundgebungen genau bestimmt werden könne.

Blocher privat

Das Berner Lokalradio BE1 berichtete, Bundesrat Christoph Blocher ziehe nach 100 Tagen im Amt Bilanz und öffne die Tür zu seiner neuen Privatwohnung in der Brunngasse während einer Stunde für die Bevölkerung. Er wolle die Menschen in seinem Quartier kennenlernen und ihnen zeigen, dass er ganz bescheiden wohne.


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