12.02.2012

Swiss Press Photo

Grosse Ehre für Robert Frank

Lifetime Achievement Award erhalten.

Der in Zürich geborene und seit langem in den USA lebende Fotograf Robert Frank erhält den Swiss Press Photo Lifetime Achievement Award. Es ist erst das zweite Mal, dass die mit 20'000 Franken dotierte Sonder-Auszeichnung vergeben wird. Letztes Jahr erhielt sie René Burri. "Frank hat mit seinem ausserordentlichen Werk die Fotografie des 20. Jahrhunderts massgeblich beeinflusst", heisst es in der Begründung. Sein 1959 zum ersten Mal publiziertes Fotobuch "Die Amerikaner" könne als Dokumentation einer ganzen Zivilisation angesehen werden und sei eine bleibende "Referenz für eine Vielzahl anderer Fotografen". Der Lebenswerks-Preis wird dem 88-Jährigen am 27. April im Stadttheater Bern übergeben. An der Feier werden auch die Schweizerischen Medienpreise für Lokaljournalismus und die anderen Swiss Press Photo Awards verliehen.

Robert Frank wurde 1924 in Zürich als Sohn eines Deutschen und einer Schweizerin geboren. Er absolvierte eine Fotografenlehre in Zürich und Genf. Zwischen 1941 und 47 arbeitete er als Standfotograf auf verschiedenen Filmproduktionen. Nach seiner Ankunft in den USA machte er für kurze Zeit Modefotos für "Harper's Bazaar", bevorzugte aber die Reportagefotografie. Seine Bilder wurden in Zeitschriften wie "DU", "Life", "Paris-Match" und "Stern" publiziert. 1955 erhielt Frank ein Stipendium der Guggenheim Stiftung. Damit reiste er zwei Jahre durch Nordamerika und schoss 28'000 Aufnahmen. 83 daraus wählte er für das Fotobuch "Die Amerikaner" aus. Der unbestechliche Blick und das sichere Gefühl für Komposition des Fotografen machten das Buch zu einer Sensation.

Das Vorwort zu "Die Amerikaner" verfasste Jack Kerouac, den Frank auf seiner langen Reise kennengelernt hatte. Auf einem Theaterstück von Kerouac basierte dann Franks erster Film "Pull My Daisy" (1959). Rund 20 weitere folgten. Der bis heute bekannteste Film von Robert Frank ist einer, den fast niemand gesehen hat: "Cocksucker Blues" über die Rolling Stones auf Tour, samt Sex und Drogen. Die Band wollte die Freigabe des Films verhindern, weil sie schlechte Publicity befürchtete. Ein Richter verfügte salomonisch, dass das Werk nur in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt werden darf. In den Achtziger Jahren fand Frank zur Fotografie zurück. 2009/10 zeigten die National Gallery of Art in Washington und das Jeu de Paume in Paris eine grosse Retrospektive. (sda)


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