21.05.2008

Verlegerkrach

Hagemann und Wanner kreuzten die Klinge

Doch sitzt die Konkurrenz eigentlich nicht in Zürich?

Zur Eröffnung einer Niederlassung der PR-Agentur Farner diskutierte am Dienstagabend eine fünfköpfige Runde über die Zukunft des Medienraums Basel. Von Brisanz war dabei vor allem die Zusammensetzung der Gesprächsteilnehmer: Auf dem Podium stritten sich "Basler Zeitung"-Verleger Matthias Hagemann und "Mittelland Zeitung"-Verleger Peter Wanner.

Die beiden Medienunternehmer liegen sich in den Haaren, seit das Wanner-Imperium ins Stammgebiet der BaZ einfiel und zuerst die "Basellandschaftliche Zeitung" an seinen MZ-Zeitungsverbund anschloss, um sie nur wenig später ganz zu übernehmen. Erstmals seit dieser "Kriegserklärung" (Hagemann) haben sich die Konkurrenten einem öffentlichen Schlagabtausch gestellt.

Im Gespräch liess Verleger Wanner indessen durchblicken, dass er nur zu gern das Kriegsbeil begraben würde. Er wünsche sich eine nordwestschweizerische Allianz gegen die Achse "Zürich-Bern" der Tamedia. Der Aargauer sieht Synergiepotenzial etwa beim Druck und dem Vertrieb. Auf die Annäherungsversuche konterte Hagemann allerdings wenig versöhnlich. Er wähle selber als Partner aus, wen er für geeignet halte, entgegnete der Basler Medienunternehmer unversöhnlich.

Für die "MZ" ist klar, weshalb das so ist: Längst kooperiere Hagemann beim Gratisblatt "News" und künftig auch im Bereich Online mit der Tamedia, schreibt sie in der Mittwochsausgabe. Ganz anders interpretiert die "Basler Zeitung" die Haltung ihres Verlegers. Für sie zeigte sich im Gespräch, dass man sich zwar nicht im Weg, aber sehr wohl im Ziel einig sei: "Beide Verleger wollen ihre Unabhängigkeit bewahren -- gerade von den Zürcher Medienhäusern. Während die Basler von der Tamedia umschwärmt werden, gilt Gleiches für die Aargauer durch die NZZ-Gruppe", schreibt BaZ-Journalist Christian Mensch.

Für die aus Zürich angereisten Spitzenmanager der Farner PR sei das ein Lehrstück gewesen, wie in der Peripherie über die Zürcher Kommunikationsdominanz gedacht werde.


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