Der Blick-Korrespondent aus Ägypten Hamed Abdel-Samad gab ein Lebenszeichen von sich. Der seit Sonntag vermisste Islamkritiker meldete sich gestern Abend bei seinem Bruder und gab Entwarnung, dies schreibt der "Tages-Anzeiger" (TA) am Mittwoch. "Hamed ist am Leben und es geht im gut", wird sein Bruder im TA zitiert. Er befinde sich in der Obhut des deutschen Botschafters, heisse es vom Auswärtigen Amt in Berlin.
Der Autor wurde seit Sonntag vermisst, nachdem er nach einem Termin nicht mehr zurück kam und laut eigenen Angaben von einem Auto verfolgt wurde (persoenlich.com berichtete). Es wurde befürchtet, dass Abdel-Samad von Extremisten entführt wurde.
"Vom Glauben zum Wissen konvertiert"
Seit der Veröffentlichung seines ersten Buches "Mein Abschied vom Himmel - Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland" 2009 wurde der Deutsch-Ägypter bedroht, schreibt der TA weiter. Er lasse sich seither trotzdem nicht kleinkriegen und lehne sich weiterhin gegen den Islamismus auf, wenn nötig auch mal unter Polizeischutz.
Der frühere Antisemit unterrichtet heute an der Uni München am Institut für jüdische Geschichte und Kultur. "Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert", wird der 41-jährige zitiert. Mit 17 schloss er sich den Muslimbrüdern an und war überzeugter Judenfeind. Die Verwandlung begann erst, als er sich vom Koranstudium abwandte. (ml)

