25.09.2025

NZZ

Historiker kritisieren «persönliche Diffamierung»

29 Zürcher Historiker wehren sich gegen einen NZZ-Artikel über ihren Kollegen Bernhard C. Schär. Sie werfen dem Feuilleton vor, wissenschaftliche Kritik durch persönliche Angriffe zu ersetzen.
NZZ: Historiker kritisieren «persönliche Diffamierung»
Die umstrittene Hausinschrift «Zum Mohrenkopf» am Neumarkt 13 in Zürich. Um die wissenschaftliche Bewertung solcher kolonialer Spuren ist ein Streit zwischen Historikern und der NZZ entbrannt. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

29 Historikerinnen und Historiker der Universität Zürich und der ETH Zürich haben in einem offenen Brief Kritik am NZZ-Feuilleton-Chef Rico Bandle geübt. Sie werfen ihm vor, anstatt sachlicher Kritik «gezielte persönliche Diffamierung» des Lausanner Professors Bernhard C. Schär zu betreiben.

Der Streit entzündete sich an einem NZZ-Artikel vom 12. September mit dem Titel «Der Professor, der überall Rassismus sieht». Darin griff Bandle Schär an, gestützt auf ein unveröffentlichtes Gutachten des Historikers Martin Illi zu umstrittenen Hausinschriften im Zürcher Niederdorf.

Die Historiker monieren, dass zum Zeitpunkt des NZZ-Artikels nur wenige Personen Zugang zu Illis Gutachten hatten – eine sachliche Prüfung durch andere Experten sei so nicht möglich gewesen. Zusätzlich haben bereits rund 300 Forschende einen separaten Appell zugunsten Schärs unterzeichnet, wie Tsüri.ch berichtet.

Schär will laut WOZ beim Presserat Beschwerde gegen die NZZ einreichen. Bandle habe ihn nicht mit den Vorwürfen konfrontiert, bevor er den Artikel publizierte. Bandle sagt gegenüber der WOZ, es seien keine neuen Vorwürfe, die er erhebe – er habe nur die Aussagen von anderen wiedergegeben. (cbe)


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