Ihr Name taucht in der letzten Zeit häufig auf. Am konkretesten ist dabei Ihr neues Engagement bei der Tamedia. Wie gross ist das Pensum?
Ich werde alle zwei Wochen eine Kolumne für das Magazin des Tages-Anzeigers schreiben, im Turnus mit Urs Widmer. Und in jeder SonntagsZeitung werde ich einen Kommentar zu einem wichtigen Ereignis der Woche veröffentlichen. Am 1. März fängt es an, ich freue mich sehr darauf: Ich schreibe gern. Schreiben ist manchmal Leiden, aber vor allem Glück.
Werden Sie ähnlich polarisieren wie Frank A. Meyer?
Polarisiert er? Schreiben ist für mich eine von vielen Arten zu denken, zu suchen, zu verstehen und zu ordnen. Ich schreibe nicht um der Wirkung willen. Und freue mich trotzdem, wenn der Artikel etwas bewirkt.
Der Blick will wissen, dass Filippo Leutenegger morgen abgewählt wird. Sie werden als Nachfolge-Kandidat gehandelt. Wurden Sie schon konkret angefragt?
Nein. Ohnehin habe ich mich soeben bei der SonntagsZeitung und beim Magazin verpflichtet.
Würde Sie die Aufgabe des SF DRS-Chefredaktors denn überhaupt reizen?
Eine hypothetische Frage, und die Antwort kommt von einem Journalisten, der zwar oft an Sendungen teilnimmt, aber vom Fernseh-Geschäft vorwiegend hypothetische Kenntnisse hat.
Auch für die Weltwoche sieht man Sie als möglichen Chefredaktor, obschon diese Stelle ebenfalls nicht vakant ist. Gab es hier Gespräche?
Noch einmal: Ich schreibe. In der Deutschschweiz exklusiv für die Tamedia - und weiterhin auch für "persönlich".
Wo müsste man die Weltwoche jetzt hinführen?
Selbstverständlich habe ich dazu den einen oder anderen Gedanken. Die hat jeder Journalist. Aber die Frage beantworten jetzt am besten Verleger Michael Ringier und Chefredaktor Roger Köppel.
Wie schätzen Sie den Markt für Sonntagstitel ein? Wer wird das Rennen machen?
Es gibt Rennen, da können alle Teilnehmer gewinnen - wenn alle noch besser werden.
Woran haben Sie die letzten zwölf Monate gearbeitet?
Im verganenen Jahr habe ich getan, was ich in nächster Zeit tun will: vor allem schreiben. Ich habe auch für das Radio gearbeitet, bislang vor allem in Berlin. Und nicht selten werde ich in Deutschland, Frankreich und der Schweiz für Vorträge, Moderationen und Seminare angefragt. Alles Dinge, die ich gern und vergnügt mache. Ich bin in meinem Element.

