28.05.2008

Andrea Jansen

"Ich sehe mich nicht als Kupplerin"

Die "Bauer, ledig, sucht..."-Moderatorin im Interview.

Im Sommer startet auf dem Schweizer Sender 3+ die neue Dokusoap "Bauer, ledig, sucht...". Begleitet und beobachtet werden die Dates auf dem Bauernhof von "MusicStar"- Moderatorin Andrea Jansen. Während sechs Wochen berichtet sie, ob die sieben ausgewählten Bauern ihre Traumfrau finden, die ihnen auch beim misten und melken zur Seite stehen. Im Interview mit "persoenlich.com" verrät die Bernerin, wie weit die Vorbereitungen der Sendung vorangeschritten sind.

Frau Jansen, Sie haben schon mit "Joya rennt" eine Dating-Show moderiert. Bald suchen Sie auf 3+ für Bauern die passende Frau. Fühlen Sie sich als Kupplerin der Nation?

Es sind zwei komplett andere Formate. In "Bauer ledig, sucht" wird ja eigentlich nicht gekuppelt. Die Bauern bekommen Bewerbungspost und suchen sich dann die passenden Frauen selbst aus. Die Sendung ist mehr eine Dating-Plattform, die publik gemacht wird. Meine Rolle sehe ich deshalb nicht als Kupplerin, sondern als Beobachterin der Geschichte, die sich zwischen den Personen entwickelt. Ich hoffe natürlich, dass sich die Teilnehmenden verlieben, doch kann ich nichts forcieren oder verhindern. Ich bin die, die für den Zuschauer beobachtet und erzählt, was geschieht.

Mit FaroTV ist dieselbe Produktionsfirma am Werk wie schon bei "Joya rennt". War dies mit ein Grund für Sie, die Moderation von "Bauer, ledig, sucht" zu übernehmen?

Es war ganz konkret eine Person: Georg Häsler, der die Produktionsleitung der Sendung innehat. Er hat unter anderem Dok-Filme gedreht und auch das Format "Chor auf Bewährung" für das Schweizer Fernsehen produziert, das mir sehr gefallen hat. Ich muss ehrlich sagen, dass er ein ausschlaggebender Grund für meine Zusage war.

Wie kam es denn genau zum Engagement?

Es gab ein Casting.

Wie weit sind ist man mit den Vorbereitungen für die Sendung? Sind sie schon involviert?

Die Bauern sind gefunden. Jetzt ist man intensiv mit der Frauensuche beschäftigt, die sich bei den Bauern bewerben. Mit diesem Prozess habe ich aber noch nichts zu tun, bei mir geht es erst im Juni richtig los. Insofern war ich bis jetzt nur in konzeptionelle Gespräche involviert, wo es beispielsweise darum ging, die erste Sendung zu diskutieren.

Zuvor haben sie beim Schweizer Fernsehen die Sendung "MusicStar" moderiert. Sieht man es beim SF gerne, dass sie nun für die Konkurrenz arbeiten?

Das müssen sie das Schweizer Fernsehen fragen. Bis jetzt habe zumindest noch keine bösen Briefe erhalten (lacht). In der Schweiz kann man sich als Freischaffende den Arbeitgeber nicht unbedingt immer selbst auswählen. Ich moderiere Sendungen, die ich persönlich gut finde, das hat mit dem Sender erst in zweiter Linie etwas zu tun. Mir geht es im Wesentlichen um den Sendungsinhalt.

Es ist ja nun auch eine weitere Staffel für "MusicStar" geplant. Hat Sie das Schweizer Fernsehen schon für die erneute Moderation angefragt?

Angefragt wurde ich noch nicht. Interesse hätte ich aber auf jeden Fall. Es war eine super Zeit, in der ich auch viel gelernt habe. Ich warte jetzt mal ab, solche Dinge kann man nicht vorausschicken.

Sie haben ja nun Ihr Publizistikstudium sehr erfolgreich abgeschlossen. Könnten Sie sich auch eine akademische Karriere vorstellen? Kan man sie bald schon Frau Doktor nennen

Zumindest vom Tisch ist das Thema ist noch nicht ganz. Doch einen Doktortitel in Medienwissenschaften hat man in erster Linie des Titels wegen. Wenn man nicht dozieren oder unterrichten will, nützt er eigentlich nicht unbedingt viel.

Beurteilen Sie das Medienbusiness als Wissenschaftlerin anders als als TV-Moderatorin. Wie gross sind die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis?

Es ist hilfreich, beide Seiten zu kennen. Dank meiner Arbeit beim Fernsehen weiss ich, dass die Theorie oft mit der Praxis nicht übereinstimmt. Mein Studium wiederum erlaubt mir einen differenzierten Blick aufs Business. Als Moderatorin muss ich akzeptieren, dass ich von Journalisten in eine Schublade gesteckt werde und andere Menschen eine Meinung über meine Person bilden, ohne mich wirklich zu kennen. Dabei ist im Showbusiness ohnehin alles konstruiert -- man kann schon fast von Kunst sprechen. Letztlich verstehe ich meine Arbeit als einen Teil von dieser "Welt", die man nicht immer so ernst nehmen und vor allem ab und zu hinterfragen sollte. Indem ich das tue, macht das meinen Job allerdings nicht einfacher sondern schwieriger.

Es geht nicht mehr lange bis zum Sendestart. Was halten Sie von einem Praktikum beim schönsten Bauer der Schweiz, Renzo Blumenthal, als Vorbereitung aufs Bauernleben?

(Lacht) Das wäre witzig. Nur leider habe ich keine Zeit für eine Praktikum, da ich mit den Vorbereitungen und anderen Projekten voll ausgelastet bin. Ganz unbeholfen in Sachen Bauernhof wäre ich aber auch nicht. Als Mädchen ging ich reiten, da musste man auch den Stall ausmisten. Zudem bin ich in der Nähe von Bern aufgewachsen, das ist auch schon halb auf dem Lande. Wenn es also mal nach Kuhmist stinkt, dann ist das für mich nichts Unangenehmes, sondern gibt mir einfach das schöne Gefühl, wieder mal auf dem Land zu sein.

(Interview: Corinne Bauer)


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