06.02.2002

SRG

In Salt Lake noch dabei, an der Fussball-WM 2002 nicht mehr

Verlustgeschäft vermieden - Sat.1 hofft auf Quotensprung.

Mit den olympischen Winterspielen in Salt Lake City geht für die SRG SSR idée suisse eine Ära zu Ende. Die nächste internationale Sport-Grossverantstaltung, die Fussball-WM in Japan und Südkorea, wird der Service Public nicht übertragen, dafür Sat.1 Schweiz. In Salt Lake City erbringt die unter Spardruck stehende SRG ihre grösste Produktion aller Zeiten. Die Übertragungsrechte sind mit 10.8 Millionen Franken so teuer wie noch nie. Zusammen mit den Produktionskosten wendet die SRG rund 23 Millionen auf. Noch kostspieliger käme die Fussball-Weltmeisterschaft vom 31. Mai bis 30. Juni 2002 in Japan und Südkorea zu stehen, nämlich auf 24 bis 30 Millionen, wie Josefa Haas, Sprecherin der SRG SSR idée suisse, sagt. Im vergangenen Oktober gab deshalb die SRG bekannt, die Preise lägen ausserhalb ihrer Möglichkeiten und die WM werde nicht übertragen.

Zehn Mal teurer als 1998

Die Preisspirale drehte rasend schnell und die deutsche Kirch-Gruppe ersteigerte sich die weltweiten Lizenzrechte der Fusball-WM. Noch 1998 in Frankreich hatten sich die Rechte- sowie die Produktionskosten für die SRG auf je rund 1.5 Millionen belaufen. Die WM von 1998 sei mit der diesjährigen aber auch bezüglich möglicher Einnahmen nicht vergleichbar, hält Haas fest. So seien nur verhältnismässig tiefe Zuschauerzahlen und somit geringe Werbegelder zu erwarten, da die Spiele wegen der Zeitverschiebung in Europa am Morgen und am frühen Nachmittag zu sehen sein werden. Die letzte WM fand dagegen mehrheitlich zur "Prime Time" am Abend statt. Der Marktanteil von SF2 vervierfachte sich während den Übertragungen auf durchschnittlich 21.5 Prozent am Abend.

Spiele bei TF1 und Sat.1

Auf einen ähnlichen Quotensprung hoffen TF1 und das Schweizer Programmfenster von Sat.1. Das französische Privatfernsehen und der zur Kirch-Gruppe und zu Ringier gehörende Sender haben die entsprechenden Länderrechte gekauft und werden dafür sorgen, dass die Schweizer Kabelnetz-Haushalte die WM doch zu sehen bekommen. Sat.1 Schweiz hoffe, dass der Sender während der WM seine Ratings mindestens verdoppeln könne, sagt Marc Görtz, Geschäftsleiter von Sat.1 Schweiz. Im Durchschnitt liegt der Marktanteil von Sat.1 in der Deutschschweiz bei rund 7 Prozent.

Sat.1 wird alle Spiele übertragen und jeweils am Abend zwei Magazine ausstrahlen, eines davon mit Schweizer Moderatoren und Experten. Zu den erhofften Werbeeinnahmen gibt sich Görtz zurückhaltend. Die Verhandlungen seien noch im Gang. Er räumt aber ein, Sat.1 habe die Rechte vom eigenen Konzern billiger erhalten, als sie die SRG bekommen hätte. Ziel sei eine kostendeckende Übertragung.

SRG zuversichtlich


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