Wenn sie Ende Mai den Tages-Anzeiger offiziell verlässt, werden es auf den Tag genau 26 Jahre sein, die Janine Hosp für das Medium gearbeitet hat. Ihre journalistische Karriere begann jedoch schon vier Jahre zuvor beim Limmattaler Tagblatt. Am 1. Juni 1995 wechselte die damals 29-Jährige dann zum Tages-Anzeiger ins Ressort Stadt Zürich.
In den Jahren danach durchlief sie intern verschiedene Stationen und war unter anderem im Politteam von Stadt und Kanton Zürich, Polizeireporterin, Ostschweiz-Korrespondentin, Inlandredaktorin und als solche auch Bundmacherin. Ihren Arbeitsplatz hat sie mittlerweile fast geräumt, ihr letzter Artikel ist am Samstag, 8. Mai, erschienen. Dabei ging es um ein Ehepaar; sie ist blind und er war gehörlos.
«Ich liebe meinen Beruf und konnte mir nicht vorstellen, jemals etwas anderes zu tun», sagt Hosp. Erst die schwierige Situation in der Medienbranche und auch bei Tamedia hat sie vor einiger Zeit dazu gebracht, sich zu überlegen, was sie in ihrem Leben noch machen will. Heute ist sie froh über diesen Anstoss und freut sich, nochmals etwas Neues beginnen zu können.
Hosp wechselt nun ins Finanzdepartement der Stadt Zürich und wird dort im Stab als Projektleiterin tätig sein, wo sie Themen wie Finanzen, Steuern und Wohnen betreut. «Früher habe ich darübergeschrieben, was andere tun. Nun gehöre ich selbst zu diesen», sagt sie.
Hosp ist eine von mehreren Journalistinnen, die in den letzten Wochen und Monaten ihre Stelle bei Tamedia respektive dem Tages-Anzeiger kündigten. So haben unter anderem Salome Müller, Claudia Blumer, Laura Frommberg und Karin Kofler das Unternehmen verlassen. (lom)

