13.09.2021

Westschweizer Medienforum

Journalismus soll gestärkt werden

Die Redaktionen sollten vermehrt den direkten Kontakt mit ihrem Publikum suchen und sich nicht durch die sozialen Medien bedrängen lassen, so der Tenor beim Treffen. Der SRG-Generaldirektor Gilles Marchand warnte derweil vor einer Verarmung der Medienlandschaft.
Westschweizer Medienforum: Journalismus soll gestärkt werden
SRG-Generaldirektor Gilles Marchand rief die öffentlichen und privaten Medien zu einer verstärkten Zusammenarbeit auf. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Der Wert des Qualitätsjournalismus ist am Montag im Zentrum des zweiten Westschweizer Medienforums gestanden. Die Redaktionen sollten vermehrt den direkten Kontakt mit ihrem Publikum suchen und sich nicht durch die soziale Medien bedrängen lassen, war der Tenor.

Rund hundert Vertreterinnen und Vertreter von Westschweizer Medien nahmen an dem Treffen in Lausanne teil. Sie unterstrichen die Bedeutung eines qualitativ guten Medienangebots mit verifizierten Informationen, gerade in einer Zeit eines gewissen Misstrauens gegenüber den Medien.

Nuria Gorrite, die Präsidentin der Waadtländer Regierung, erinnerte daran, dass der Kanton Waadt aufgrund der Schwierigkeiten der Presse einen jährlichen Beitrag von 6,2 Millionen Franken bereitstellt. Zudem will der Kanton in den Schulen pädagogische Projekte fördern, damit Jugendliche vermehrt Informationen durch die Medien beziehen. Er setzt dafür mehr als zwei Millionen Franken ein. 

Aufruf zur Zusammenarbeit

SRG-Generaldirektor Gilles Marchand warnte vor einer Verarmung der Medienlandschaft, vor allem mit Blick auf das Referendum, das gegen die Parlamentsbeschlüsse vom vergangenen Juni zur Unterstützung der Medien ergriffen wurde. Er rief die öffentlichen und privaten Medien zu einer verstärkten Zusammenarbeit auf.

Juan Senior von der Media Consulting Group plädierte dafür, in den Journalismus und die Redaktionen zu investieren. Seine Organisation mit Sitz in London hat seit Beginn der Pandemie die Lancierung mit einer Paywall von 65 Medien in aller Welt unterstützt. 

Aus seiner Sicht hat die Corona-Pandemie das Interesse an Qualitätstiteln verstärkt. Leserinnen und Leser suchten einen direkten Zugang zu Medien und seien bereit, für die Verifizierung von Informationen zu bezahlen, die sie auf den sozialen Medien fänden, sagte er.

Entschädigungen einfordern

Senior forderte die Medien dazu auf, sich nicht von den sozialen Netzwerken bedrängen zu lassen und den direkten Kontakt zu ihren Leserinnen und Lesern zu suchen. Zudem rief er die Herausgeber auf, gemeinsam bei Internetgiganten wie Facebook oder Google Entschädigungen für deren Verwendung von Medieninhalten einzufordern.

Das Westschweizer Medienforum wurde erstmals im April 2019 durchgeführt. Es will ein Think Tank werden und eine langfristige Perspektive der Westschweizer Medien erarbeiten. Dabei geht es um Inhalte, Innovation, Ausbildung und Forschung.

Getragen wird das Medienforum vom Westschweizer Radio und Fernsehen RTS, den Westschweizer Printmedien, von Kommunikation Schweiz, dem Dachverband für kommerzielle Kommunikation sowie von den Verbänden der regionalen Westschweizer Radios und Fernsehsender. (sda/tim)

 



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