02.08.2015

Mexiko

Journalist und vier Frauen ermordet

Die Opfer wiesen Folterspuren auf.

In Mexiko ist ein Fotojournalist zusammen mit vier  weiteren Menschen ermordet worden. Die Leichen von Rubén Espinosa und vier Frauen seien in einer Wohnung in einem Mittelklassequartier von Mexiko-Stadt entdeckt worden, teilte die regierungskritische Zeitschrift "Proceso" mit.

 
Der 32 Jahre alte Journalist, der für "Proceso", die lokale Nachrichtenagentur  AVC und die Fotoagentur Cuartoscuro arbeitete, berichtete vor allem über soziale Proteste. 
 
Zwei der Frauen waren laut dem Bericht von "Proceso" Kolleginnen von Espinosa, eine weitere war eine Hausangestellte. Zwei seien nackt und gefesselt gewesen und hätten Folterspuren aufgewiesen. Espinosa sei geschlagen und dann mit zwei Schüssen getötet worden. Zuletzt war Espinosa in seiner Heimat Veracruz im Osten des Landes von Unbekannten angegriffen und bedroht worden. Daraufhin floh er in die Hauptstadt. 
 
In Mexiko werden immer wieder Journalisten getötet. Seit 2007 wurden nach Angaben des Committee to Protect Journalists (CPJ) über 50 Medienschaffende ermordet oder verschleppt. Die Taten werden nur selten aufgeklärt. Auf der Weltrangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Mexiko auf Platz 148 von 180 Staaten.
 
Der Bundesstaat Veracruz an der Golfküste ist ein besonders hartes Pflaster für Journalisten. Verbrechersyndikate, aber auch staatliche Sicherheitskräfte schüchtern dort immer wieder Reporter ein. Vier Journalisten wurden laut CPJ seit 2011 wegen ihrer Arbeit in Veracruz getötet, drei weitere verschwanden. Sechs Reporter kamen unter ungeklärten Umständen ums Leben. (sda)


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