Die Waadtländer Staatsanwaltschaft hat den Journalisten Fabien Dunand wegen übler Nachrede zu 150 Tagessätzen auf Bewährung verurteilt. Er habe fälschlicherweise behauptet, das Bauunternehmen Orllati verschmutze Trinkwasser. Zwei weitere Beschuldigte wurden freigesprochen.
Diese Strafe ahnde auch die Verleumdung, wonach die ehemalige Regierungsrätin Jacqueline de Quattro und ihr Umweltdepartement die angebliche Verschmutzung bewusst verschwiegen hätten, schrieb die Waadtländer Staatsanwaltschaft am Mittwoch in einer Mitteilung.
Dunand, ehemaliger Chefredaktor der Waadtländer Zeitung 24 heures, sah sich als Whistleblower und hatte Ende 2016, Anfang 2017 und 2018 in mehreren Briefen an Behörden und verschiedene Medien das Bauunternehmen Orllati der massiven Umweltverschmutzung beschuldigt, so etwa in einer Naturschutzzone in Bioley-Orjulaz VD.
Vorwürfe gegenüber Kanton
Gleichzeitig hatte Dunand dem Kanton Waadt vorgeworfen, die Augen vor illegalen Praktiken zu verschliessen. Dass die anonymen Anschuldigungen von Dunand ausgingen, hatte die Zeitung Le Temps später enthüllt.
Le Temps brachte Dunand damals auch mit dem Bauunternehmer und Orllati-Konkurrenten Bernard Nicod in Verbindung. Die beiden grössten Bauunternehmen des Kantons Waadt waren im Zusammenhang mit der Grossüberbauung Cèdres in Chavannes-près-Renens zerstritten.
«Der zunächst anonyme und später identifizierte Urheber der Aktionen, mit denen er fälschlicherweise behauptete, das Trinkwasser von mehreren tausend Personen im Kanton Waadt sei angeblich durch die Gruppe Orllati in Bioley-Orjulaz verschmutzt worden, wurde von der Staatsanwaltschaft zu einer Strafe von 150 Tagessätzen auf Bewährung verurteilt», schrieb Generalstaatsanwalt Eric Cottier in der Mitteilung.
Der Verurteilte muss zudem die Kosten für die Ermittlungen sowie für Entschädigungen von insgesamt 29'128 Franken übernehmen. Ein Teil des Verfahrens wurde gemäss Staatsanwaltschaft wegen Verjährung eingestellt. Das betraf die Ereignisse vor dem 17. August 2017.
Zwei Mitbeschuldigte, ein Kaderangestellter des Unternehmens Bernard Nicod sowie ein von dem Kader beauftragter Privatdetektiv wurden von der Staatsanwaltschaft vollständig freigesprochen. (sda/wid)
18.08.2021
Urteil
Journalist wegen übler Nachrede verurteilt
Der ehemalige 24-heures-Chefredaktor Fabien Dunand hat behauptet, ein Bauunternehmen verschmutze Trinkwasser.
Das Logo von «24 heures» in Lausanne im Jahr 2020. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)
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