25.02.2022

Prix Transparence 2021

Journalistin Adrienne Fichter wird ausgezeichnet

Eine Recherche der Republik-Journalistin zur elektronischen Identität wird zur besten Transparenzstory des letzten Jahres gekürt. Auch die Recherchen von Tamedia-Journalist Roland Gamp und von Journalistin Stefanie Hablützel wurden ausgezeichnet.
Prix Transparence 2021: Journalistin Adrienne Fichter wird ausgezeichnet
Rekonstruierte die Entstehungsgeschichte der umstrittenen Vorlage zur elektronischen Identität: Tech-Journalistin Adrienne Fichter. (Bild: zVg)

Mit amtlichen Dokumenten rekonstruierte Adrienne Fichter bundesinterne Diskussionen über eine Privatisierung der elektronischen Identität (E-ID) und deckte einflussreiche Strippenzieher auf. Dafür wird die Republik-Journalistin mit dem Prix Transparence 2021 ausgezeichnet.

Aus zehn von Öffentlichkeitsgesetz.ch nominierten Beiträgen kürte eine Fachjury den Republik-Beitrag zur besten Transparenzstory des letzten Jahres. Im Vorfeld der Volksabstimmung zur E-ID rekonstruierte Adrienne Fichter die Entstehungsgeschichte der umstrittenen Vorlage. In die Kritik gerieten Bundesverwaltung und Regierung, weil nach ihren Plänen nicht der Staat, sondern private Unternehmen Bürgerinnen und Bürgern den Identitätsausweis fürs Internet ausstellen sollten.

«Mit den Dokumenten konnte ich belegen, dass der helvetische Sonderweg einer privatisierten E-ID nicht von Beginn an in Stein gemeisselt war. Dahinter steckte ein jahrelanges Lobbying von Wirtschaftsverbänden», wird die Journalistin in einer Mitteilung zitiert. Diese Informationen seien vor der Abstimmung wichtig für die Meinungsbildung gewesen. An der Urne scheiterte die Vorlage.

Mit dem zweiten Platz geehrt wird eine Recherche von Tamedia-Journalist Roland Gamp. In seinem in der «Sonntagszeitung» erschienenen Beitrag enthüllt er gestützt auf interne Berichte Probleme bei der Kontrolle von Waffenausfuhren. Die Journalistin Stefanie Hablützel wurde mit ihrem im «Beobachter» erschienenen Artikel zum Bergsturz in Bondo GR mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Mails, welche die Journalistin von der ETH Zürich herausverlangt hatte, belegen, dass die Behörden vor einem möglichen Naturereignis gewarnt waren.

Insgesamt hat Öffentlichkeitsgesetz.ch 96 Beiträge evaluiert, welche 2021 mithilfe eines Öffentlichkeitsgesetzes realisiert worden sind. Zehn davon wurden für den Prix Transparence nominiert. (pd/mj)



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