13.08.2012

Russland

Journalistin und Aktivist beantragen Asyl in Ukraine

Mitglieder der Opposition versuchen die Flucht ins Ausland.

Eine russische Journalistin und ein Aktivist der Opposition haben in der Ukraine Asyl beantragt. Grund sei, dass das Paar im Zusammenhang mit einer kremlkritischen Demonstration im Mai Festnahmen fürchte, berichtete die Online-Ausgabe der russischen Zeitung "Kommersant" am Montag. Die betroffene Journalistin, Dschenni Kurpen, sagte dem Blatt, sie und ihr Lebensgefährte, der Aktivist der Oppositionsbewegung Anderes Russland, Alexej Dewiatkin, seien derzeit in Gesprächen mit den Einwanderungsbehörden der Ukraine.

Sollte der Asylantrag abgelehnt werden, wollten sie in einem anderen Land einen entsprechenden Antrag stellen, beispielsweise in Schweden, Finnland, den Niederlanden oder den USA, sagte Kurpen. Laut "Kommersant" verliessen die beiden Russland bereits im Juni aus Angst vor einer Festnahme.

Bei der Demonstration am 6. Mai, dem Vortag der Wiedereinführung ins Amt von Präsident Wladimir Putin, hatte es schwere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gegeben. Hunderte Menschen wurden festgenommen, darunter auch Oppositionsführer. Auch in der Folge hatte es weitere Festnahmen gegeben.

Im Zusammenhang mit der Demonstration hatte im Juni ebenfalls ein Mitglied von Anderes Russland, Alexander Dolmatow, politisches Asyl in den Niederlanden beantragt. In der vergangenen Woche beantragte der russische Blogger Maxim Efimow politisches Asyl in Estland, weil er sich Ermittlungen wegen Kritik an der russisch-orthodoxen Kirche ausgesetzt sieht. (sda)


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