In der Enthüllungsaffäre "Vatileaks" im Vatikan hat sich der vor knapp zwei Wochen festgenommene Kammerdiener des Papstes erstmals einer Vernehmung stellen müssen. In Begleitung zweier Verteidiger erschien Paolo Gabriele am Dienstag vor dem vatikanischen Untersuchungsrichter Piero Antonio Bonnet. Einzelheiten teilte das Presseamt des Heiligen Stuhls dazu zunächst nicht mit. Der 46-jährige Kammerdiener soll eine Reihe vertraulicher Dokumente entwendet haben, die dann durch Medien öffentlich wurden. Die Ermittler hätten bei dem Mann bereits vor der Vernehmung Hinweise auf seine Gesprächspartner in der Enthüllungsaffäre und auf Journalisten gefunden, berichteten italienische Medien am Dienstag. In den vergangenen Monaten waren mehrere teils brisante Dokumente aus dem Vatikan durchgesickert, etwa zu einem angeblichen Mordkomplott gegen Benedikt oder über das Finanzgebaren der Vatikanbank IOR. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hatte die Weitergabe vertraulicher Vatikan-Dokumente als "zweckdienliche Angriffe auf den Papst" bezeichnet. Solche Attacken habe es immer schon gegeben, sagte er am Montagabend in der Nachrichtensendung TG1. Diesmal seien sie aber "gezielter, manchmal auch grausam, zerfleischender und organisiert". Jedoch lasse sich Benedikt "gewiss nicht einschüchtern von derlei Angriffen", sagte Bertone, den man als Regierungschef oder die Nummer zwei im Vatikan bezeichnen könnte. (sda/dpa)
05.06.2012
Vatileaks
Kammerdiener erstmals vernommen
Paolo
Gabriele erschien vor dem Untersuchungsrichter.
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