11.06.2012

Vatileaks

Kammerdiener sei kein Sündenbock

Vatikan-Sprecher wandte sich gegen Spekulationen.

In der "Vatileaks" genannten Enthüllungsaffäre im Vatikan soll der inhaftierte Kammerdiener des Papstes dem Heiligen Stuhl jetzt nicht als "Sündenbock" dienen. Eine solche Vorstellung habe nichts mit der Realität zu tun, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Montag in Rom. Lombardi wandte sich dabei erneut gegen Spekulationen, im Zuge der Untersuchungen werde auch gegen zwei Kardinäle, vier bis fünf Laien und einen Journalisten ermittelt. Das sei nicht wahr, sagte der Sprecher und forderte die Medien zur Vorsicht bei solchen Mutmassungen auf.

Der Kammerdiener sei bisher der einzige, gegen den in der Affäre um enthüllte vertrauliche Dokumente ermittelt werde. Gegen den 46-jährigen früheren Kammerdiener von Papst Benedikt XVI. war vor einer Woche formal das Untersuchungsverfahren eröffnet worden. Ihm drohen bei einer Verurteilung wegen schweren Diebstahls von vertraulichen Dokumenten bis zu acht Jahre Haft. Der Kammerdiener hatte angekündigt, mit der Justiz des Vatikans zusammenzuarbeiten. Er könnte darauf hoffen, vom Papst dann später begnadigt zu werden.

Benedikt rief am Montag seine Mitarbeiter zur Treue auf. Denn es gebe eine "ganz besondere Verbindung" zwischen dem Papst und seinen direkten Mitarbeitern, geprägt von grosser Verantwortung, sagte Benedikt vor Lehrern und Absolventen der Diplomatenakademie des Vatikans. Es gehe nicht um eine blinde Gefolgschaft, sondern um eine persönliche Verbindung der Kurienmitarbeiter mit dem Papst, sagte er. (sda/dpa)


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