Bei der "Basellandschaftlichen Zeitung" (bz) kommt es zu einem Besitzerwechsel: Um die Zukunft der Tageszeitung zu sichern, verkauft die Eigentümerfamilie die "bz" der AZ Medien AG. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem am Freitag von den beiden Unternehmen angekündigten Handwechsel verliert die "bz" 175 Jahre nach ihrer Gründung ihre Selbständigkeit. Ändern soll sich jedoch beim Blatt mit einer Auflage 22'579 Exemplaren wenig.
Die viertälteste Zeitung der Schweiz erscheint bereits seit September 2006 im Verbund der "Mittelland Zeitung", deren Auflage insgesamt 207 531 Exemplare beträgt. Diese «erfolgreiche Kooperation» habe die Aktionäre der Basellandschaftlichen Zeitung AG nun zum Verkauf bewogen, heisst es im Communiqué. Im heutigen Umfeld könne eine mittelgrosse Zeitung wirtschaftlich nicht mehr unabhängig überleben, begründete der "bz"- Verleger Mathis Lüdin den Verkauf in einem Interview in der "Mittelland Zeitung" vom Freitag.
Mit der AZ Medien AG ist Lüdin überzeugt, den richtigen Partner gefunden zu haben. So könne weiterhin in der Region eine Zeitung fürs Baselbiet produziert werden. Die Redaktion bleibe in Liestal und gedruckt werde das Blatt -im Auftragsverhältnis -- ebenfalls weiterhin im Baselbieter Kantonshauptort. Eine Verkleinerung der Redaktion mit Chefredaktor Thomas Dähler ist nicht geplant.
Ein Partner in Basel wäre für Lüdin keine Alternative gewesen: "Wären wir mit der ,Basler Zeitung' zusammengegangen, wäre die ,Basellandschaftliche Zeitung' in die ,Basler Zeitung' integriert worden worden", sagte Lüdin im Interview. Das bestreitet Matthias Hagemann, Verleger der "Basler Zeitung" (BaZ): "Wir haben der 'bz' einen eigenständigen Auftritt offeriert mit einer eigenständigen Mantellösung", sagte Hagemann auf Anfrage. Der Verkauf der "bz" an die AZ Medien AG kommt für ihn nicht überraschend. Mit diesem Schritt habe er schon gerechnet, als die Kooperation angekündigt wurde.
Eine eigenständige, regional verwurzelte "bz" gebe es nun nicht mehr, sagte Hagemann. Das Blatt werde zu einem Satelliten. Nichts wissen will Hagemann von einem ebenfalls am Freitag in einem Interview veröffentlichten Angebot von Peter Wanner, dem Verleger der "Aargauer Zeitung", für eine punktuelle Kooperation von "BaZ" und "Mittelland Zeitung". "Herr Wanner ist ein Träumer", sagt Hagemann zu seinem Konkurrenten.
Mathis Lüdin bleibt nach dem Verkauf Verwaltungsratspräsident der Basellandschaftlichen Zeitung AG. Auch den Posten des Verlegers behält er. Im neuen Verwaltungsrat, der sich statutengemäss mehrheitlich aus Baselbieter Persönlichkeiten zusammensetzen muss, nimmt neu auch Peter Wanner Einsitz. Die Lüdin AG in Liestal bleibt nach dem Verkauf der "bz" im Besitz der Familien-Aktionäre. Zur Lüdin AG gehören neben der Druckerei auch Liegenschaften sowie ein Fachgeschäft für Papeterie, Foto und Buchhandel. (sda)

