Günter Thiel, CEO der PIN Group, gibt auf: Deutschen Medienberichten zufolge hat er nicht nur sein Übernahmeangebot zurückgezogen, sondern auch seinen Job hingeschmissen. Vor wenigen Tagen hiess es noch, Thiel würde dem Axel-Springer-Verlag seine 64-Prozent-Anteile an PIN abkaufen. Nun wird bekannt: Aus dem Deal wird nichts. Damit droht dem privaten deutschen Briefzusteller erneut das Aus.
Grund für Thiels Aufgabe seien Forderungen des Haupteigentümers Axel Springer, bestätigte eine PIN-Sprecherin gegenüber der deutschen AP. Springer-Sprecherin Edda Fels sieht das allerdings anders. Sie sagt: "Das Angebot von Günter Thiel zur Übernahme der Axel Springer Anteile an der PIN Group sind inakzeptabel." Deshalb habe man das Angebot zurückweisen müssen.
Thiel habe sich zu einem ins eigene Ermessen gestellten Finanzierungsbetrag für die PIN Group zwischen 0 Euro und 50 Millionen Euro verpflichten wollen, während der zukünftige Mittelbedarf der PIN Group nach Berechnungen der Axel Springer AG bei mehr als 300 Millionen Euro liegt. Gleichzeitig habe er von der Axel Springer AG zahlreiche Sach- und geldwerte Leistungen wie langjährige Darlehensstundungen gefordert.
Hinzu seien nahezu kostenlose Logistikleistungen, Exklusivität beim Postversand für Zeitungen und Zeitschriften und stark bezuschusste Werbeleistungen mit dem Gesamtwert eines hohen zweistelligen Millionenbetrages gekommen. Damit hätte de facto die Axel Springer AG weiterhin die Hauptlast der Finanzierung der Gesellschaft getragen, ohne überhaupt noch Eigentümer zu sein.
Weil der Bundestag die Zustimmung zum gesetzlichen Mindestlohn für Postbeschäftigte gab, entschied der Axel Springer Verlag sich aus der Pin Group zurückzuziehen. Vor wenigen Tagen wurden darum sämtliche Zahlungen an das Tochterunternehmen eingestellt. Um die Firma vor dem Aus zu retten, wollte Thiel dem Axel Springer Verlag die Anteile an der PIN Group abkaufen. Jetzt, da dieser Deal geplatzt ist, droht der PIN die Insolvenz.

