14.11.2012

Q-Award

Keine Krise bei den Fachzeitschriften

"Schreinerzeitung" und "Wir Eltern" ausgezeichnet

Die Schweizer Fach- und Spezialzeitschriften gedeihen auf hohem Niveau und relativ wenig beeinflusst von dem, was als "Medienkrise" vor allem aus dem Zeitungsbereich herüberschwappt. Solide Konzepte verteidigen ihre Märkte nicht nur, sie erweitern sie auch. Dies lässt sich aus der Ausbeute des Q-Awards schliessen, den der Verband Schweizer Medien dieses Jahr zum neunten Mal vergibt. Neun Titel haben sich beworben, zwei wurden mit dem begehrten Q-Award ausgezeichnet: die Fachzeitschrift "Schreinerzeitung" sowie die Spezialzeitschrift "Wir Eltern".

Für den Q-Award wurden neun Dossiers eingereicht, etwas weniger als im Vorjahr (13). Dafür sei die durchschnittliche Qualität der Bewerbungen auf höherem Niveau gewesen. Die früher üblichen "Mal probieren"-Dossiers fehlten, seien aber von der Jury nicht vermisst worden, so der Verband.

Schreinerzeitung - Hochrentable Fachmedienmarke

Die "Schreinerzeitung" mit ihrem hohen Aktualitätsanspruch sei der Modellfall einer modernen Fachzeitschrift. Bemerkenswert findet die Jury, dass der Schreinermeisterverband 2'100 Mitgliederbetriebe zählt, die Auflage seines offiziellen Organs aber mit 6'707 Exemplaren beglaubigt. Nach vielen Jahren mit sinkenden Zahlen ist die Auflage seit 2011 stabil. Das Blatt werde offensichtlich von Hand zu Hand weiter gereicht, weil es die Erwartungen der lesenden Fachleute erfülle. Anfang 2012 wurde ein optischer und inhaltlicher Relaunch des Hefts und seiner Website www.schreinerzeitung.ch realisiert. Seither seien die Erträge aus Bannerwerbung stark gewachsen, schreibt der Verlagsleiter. Im August 2012 wurden 16'530 Seitenaufrufe gezählt. Verlag und Verband verhehlen nicht, dass die Fachmedienmarke "Schreinerzeitung" hoch rentabel und inzwischen die wichtigste Einnahmequelle des Schreinermeisterverbandes ist.

Wir Eltern - Stabilität in einem quirligen Markt

Das Special interest-Magazin "Wir Eltern" habe seine Erscheinungsform gründlich verändert und sei journalistischer geworden; zugleich sei es Verlag und Redaktion gelungen, in einem schwierigen Marktsegment eine stabile beglaubigte Auflage und stark wachsende Anzeigenerlöse zu generieren. Das Magazin sei begleitet von einer überaus starken Website. Mit dem Relaunch sei die Magazin-Thematik auch auf Lifestyle-Themen (Mode, Reisen, Einrichtung) ausgedehnt worden. Die Website www.wireltern.ch spiegele nicht einfach den Magazininhalt, sondern versuche Erstkontakte herzustellen, indem sie Informations-, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten unter Müttern und Vätern biete. Die Magazinthemen werden in eigens formatierten Service-Texten und Videos abgehandelt. Insgesamt sei "Wir Eltern" ein schönes und gesundes Kind aus der grossen AZ-Familie, so die Jury.

Zwei weitere Nominationen

"Haustech", Fachmagazin für Energie- und Gebäudetechnik, sei ein ausgesprochen kleines Objekt mit stagnierenden Auflagezahlen, das dennoch (oder gerade deshalb) die ganze Skala der Line extensions-Möglichkeiten ausschöpfe: regelmässige Extra-Ausgaben, Messemagazine, Fachtagung, Website, iPad-App, E-Paper, Archivzugriff usw. - und dies alles in einem lesefreundlichen Typo-Design.

"Whisky Time" sei von der nachweislich nüchternen Jury mit einer ehrenden Erwähnung bedacht, weil es die immensen Marktmöglichkeiten für kreative Spezialzeitschriften-Macher aufzeige.

Das gepflegte Heft komme als Fachorgan der Whisky-Kenner und -Liebhaber vom Endverbrauchermarkt her, schöpfe aber zugleich das professionelle Segment der Lokalbetreiber, Händler, Einkäufer, Barmänner und -frauen usw. aus. (pd)


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