Herr Mirutz, Aurum Communication, der Verlag hinter dem "Kinki Magazin" hat seine Geschäftstätigkeit einstellen müssen. Wie sieht die Situation genau aus?
Ich bin seit 18. März durch einen Unfall krank geschrieben und nicht operativ tätig. Präsident des Verwaltungsrats ist Christian Furrer. Er hat den Konkurs herbeigeführt. Ich selbst habe durch die SHAB-Meldung am 10. Mai davon erfahren. Christian Furrer ist seit dem Konkurs untergetaucht, das ist alles was ich weiss. Ich suche ihn selbst polizeilich.
Wie hoch ist der Schuldenberg?
Über Zahlen und Bilanzen kann ich leider nichts sagen.
Wie tief sitzt der Schock bei Ihnen als Verleger?
Der Schock sitzt nicht nur bei mir, sondern bei allen Mitarbeitern sehr tief.
Wie viele Leute waren für "Kinki" tätig?
Zuletzt waren es 12 feste und 15 freie Mitarbeiter.
Was geschieht mit ihnen?
"Kinki" wird nicht verschwinden, das ist klar. Das Magazin ist zu gut, um es "sterben" zu lassen. Es war zuletzt in die falschen Hände geraten. Furrer schuldet mir einige Antworten.
Kinki gab es seit 2008. Insgesamt sind 44 Ausgaben erschienen, jeweils in einer Auflage von 60'000 Stück. Wie sieht Ihre Bilanz der letzten vier Jahre aus?
Ich bin insgesamt sehr stolz auf das Produkt. Das Heft war, nein, ist in seiner Form einzigartig. Das Feedback aus dem Werbe- und Lesermarkt war gut. Wir hatten auch international Erfolg. Wir haben verschiedene Awards gewonnen, darunter Auszeichnungen bei den European Design Awards, bei den Webby Awards, bei den Swiss Web Awards und mehrfach bei Swiss Press Photo. Und wir haben unser Tätigkeitsfeld von der Schweiz aus auf Deutschland, Österreich und die Niederlande ausweiten können.
Woran ist der Verlag schlussendlich gescheitert?
Noch mal: Nicht bei "Kinki" gehen die Lichter aus, sondern bei der Aurum Communication AG. Und die wurde von dem Präsidenten des Verwaltungsrats in den Konkurs getrieben. Was genau passiert ist, kann ich leider auch nicht genau sagen.
Interview: Adrian Schräder

