Der legendäre deutsche Gesellschaftsjournalist Michael Graeter ist wieder in seiner Heimat: Die Schweizer Behörden haben den 65-Jährigen am Dienstag an Deutschland ausgeliefert.
Graeter sei den deutschen Behörden an der Grenzstelle Kreuzlingen-Konstanz übergeben worden, bestätigte Folco Galli vom Bundesamt für Justiz entsprechende Medienberichte. Der Journalist, der am 21. Januar in Zürich inhaftiert worden war, habe an diesem Montag der vereinfachten Auslieferung zugestimmt.
Das Amtsgericht München hatte Graeter 2002 wegen Insolvenzverschleppung, Bankrotts und Veruntreuung von Arbeitsentgelt zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.
Seit 2006 lebte der Journalist in Zürich und arbeitete dort für einen privaten Radiosender als Society-Reporter, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Die bayrische Justiz verlangte nun die Auslieferung, damit die 2002 verhängte Freiheitsstrafe vollzogen werden kann.
Bei seiner Verhaftung in Zürich hatte Graeter laut Medienberichten darauf bestanden, nicht im Pyjama abgeführt zu werden, sondern Anzug und Krawatte anziehen zu dürfen. "Ein Baby Schimmerlos bleibt eben auch in einer Situation wie dieser stilvoll", schrieb die "Süddeutsche". (sda)

